Heimatforscher können auch im World Wide Web fündig werden. Das Kreisarchiv ist gerade dabei, seine Bestände via Internet verfügbar zu machen. Mit Hochdruck wird an der Aufstellung aller vorrätigen lokalen Landkarten gearbeitet – insgesamt etwa tausend historische Dokumente.
Möglich wird die Erschließung durch die Datenbank Hadis, eine Plattform der Hessischen Staatsarchive. „Wir sind das erste lokale Archiv, das dort eingebunden ist“, sagt Gregor Maier, Leiter des Hochtaunus-Kulturamtes. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, können Interessierte zu ihrem Forschungsprojekt gezielt auswählen. Die Originale können – nach Voranmeldung – im Kreisarchiv begutachtet werden.
Egal ob an den Hängen des Feldbergs oder im Flachland des vorderen Taunus – überall sind Historiker am Werk. Um die vielen Einzeluntersuchungen zu bündeln, hat sich vor Jahren eine Arbeitsgemeinschaft der heimischen Geschichtsvereine gegründet. Im Kreisarchiv laufen die Fäden zusammen. Zwei Mal pro Jahr treffen sich die Hobbyforscher im Landratsamt zum Erfahrungsaustausch. „Eine Plattform, die allen nützt“, sagt Maier.
Wachsender Beliebtheit erfreut sich auch der Förderverein Kreisarchiv, dem unlängst zwölf neue Mitglieder beigetreten sind. Unter den insgesamt 77 Förderern befinden sich auch zwanzig Geschichtsvereine. 19500 Euro konnten im vergangenen Jahr gesammelt werden. Geld, das verschiedene Zukäufe ermöglichte, darunter ein Reisebericht von 1815 oder Prozessschriften zur Grafschaft Königstein.
Als bedeutende Neuerwerbung gilt eine Mappe mit Plänen für die 1895 eröffnete Eisenbahnlinie zwischen Usingen und Homburg. „Alle Brücken, Kanäle und Bauten, die an der Strecke liegen, sind akribisch vermerkt.“ Von Anspach sollte der Schienenstrang nach Schmitten weitergeführt werden – was sich aber zerschlug. Und der Homburger Bahnhof befand sich noch nicht am heutigen Standort.
In wenigen Wochen wird das seit Jahren bearbeitete Mühlenkataster der Öffentlichkeit präsentiert, eine Druckversion ist in Vorbereitung. Reinhard Michel aus Oberursel hatte einst die Vorarbeit zu diesem Aspekt lokaler Gewerbehistorie geleistet. Nachgewiesen sind 234 Mühlenbetriebe im gesamten Hochtaunusgebiet, den Zeitraum vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert umfassend. „Das Ganze“, so Maier, „ist aufgebaut wie ein Lexikon.“ Alleine an der Weil hätten sich 50 Wasserräder gedreht.
Während Eisenhämmer und Papiermühlen längst verschwunden sind, kann der Kreis auf ein doppeltes Jubiläum zurückblicken. Vor 145 Jahren wurde der Obertaunuskreis gegründet, seit 1972 gibt es den Hochtaunuskreis. Eine Ausstellung im Landratsamt (Haus 1, erster Stock) erinnert bis Anfang März daran.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Facebook | Twitter überregional | Google+