Ein Wachhäuschen samt Gewehrständer gibt es am unteren Torbogen des Schlosses zwar, doch ortsunkundige Besucher, die hier auch nach einer permanenten, repräsentativen „Palastwache“ suchen, suchen vergeblich. Nun ist das Homburger Schloss natürlich auch nicht der Buckingham Palace. Obwohl eine malerische Schlosswache für Touristen sicher äußerst attraktiv wäre. Dafür gibt es hier – als eine Art Kompensation – ein Café mit charmanter Schlossprinzessin, aber das ist eine andere Geschichte.
Landgraf Friedrich V. Ludwig von Hessen-Homburg hatte im 18. Jahrhundert die erste Schlosswache gegründet, 1790 wurde diese Wache durch Soldaten abgelöst. Erst mit Kaiser Wilhelm II. verschwand auch die Schlosswache aus seiner so geliebten Sommerresidenz.
Bis diese Tradition von den Freunden des Carnevals (FdC) 1956 wiederbelebt wurde. Jedes Jahr eröffnet der FdC die Karnevalskampagne am 11.11. im Schlosshof. Auch bei Umzügen und Flugzeugtaufen ist die Schlosswache mit ihrer Salutkanone, der „Sandlies“, dabei.
In diesem Jahr bekommen die wackeren Karnevalisten endlich auch neue Uniformjacken, seit 1956 erst die dritte Jackengeneration, wie der FdC-Vorsitzende Torsten Hainz mitteilt. Diese werden am Freitag im oberen Schlosshof präsentiert, bevor pünktlich um 11 Uhr 11 elf Böllerschüsse aus der Sandlies ertönen und die Kampagne damit offiziell eröffnet ist. (prop.)

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