Angemessen der Ort, angemessen die Stunde: Während die Bundesverdienstkreuze überreicht werden, glänzen die vergoldeten Lüster im Gartensaal des Gotischen Hauses, und Sonnenschein bestrahlt die Tannenwaldallee vor dem Fenster. Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) bezeichnet Gerta Walsh und Elli Michler, beide geehrt für ihre Lebenswerke, als "Ausnahmen" und "Vorbilder".
Sowohl die Historikerin Walsh als auch die Dichterin Michler hätten die Stadt geprägt und seien würdige Trägerinnen des Verdienstkreuzes am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Beide sind keine gebürtigen Homburgerinnen, leben aber seit den 1960er Jahren hier und blicken heute auf über achtzig Lebensjahre zurück. Das Thema "Zeit" gewinnt im Verlauf der Veranstaltung an Bedeutung - am Ende spricht Gerta Walsh vom Weiterarbeiten "bis die Natur eingreift".
Die 85-jährige Gerta Walsh lebt seit 1964 in Bad Homburg. Die Historikerin und ehemalige Schulsekretärin hat bisher acht Bücher zur Geschichte der Kurstadt veröffentlicht.
Elli Michler wurde 1923 in Würzburg geboren. 1961 kam sie mit ihrer Familie nach Bad Homburg. Ihre Autobiographie trägt den Titel "Ich träum´ noch einmal vom Beginnen". (ov)
"Das Gotische Haus war meine zweite Heimat", sagt die ehemalige Schloss-Bibliothekarin, deren Veröffentlichungen zur Stadtgeschichte kaum zu zählen sind. Für ihr beherztes Wirken wurde sie 1993 mit dem Saalburgpreis ausgezeichnet - und ein Jahr später mit der Homburger Ehrenplakette. Vom Forschen will sich die stellvertretende Vorsitzende des städtischen Denkmalbeirats noch nicht verabschieden.
Durch das Gedicht "Ich wünsche dir Zeit" wurde Elli Michler bekannt. Die lebensbejahenden Verse haben seit dem Erscheinen 1989 einen Siegeszug um den Globus angetreten - in Nachdrucken, Übersetzungen, Vertonungen und im Internet. Korwisis Lob versteigt sich in ungeahnte Höhen: "Eine wahre Poetin." In der Lyrik Michlers ist viel von "Seele", "Liebe" und "Vertrauen" die Rede, sie veröffentlichte weit mehr als zwanzig Bücher, darunter auch eine Biographie. Als Dank für die Auszeichnung liest sie ihr "Wiegenlied für die unheile Welt".
Mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen wurden "zwei Herren mit dem Wanderhut" für langjähriges Engagement im Vorstand des Wanderclubs Kirdorf geehrt: Harald Wagner und Waldemar Wehrheim.

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