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Ein ganz neues Wohnquartier

Bad Homburg Pläne für Vickers- und Krankenhausareal / Sporthalle soll verlegt werden

        

Auf dem ehemaligen Vickersgelände soll es bald ganz anders  aussehen.
Auf dem ehemaligen Vickersgelände soll es bald ganz anders aussehen.
Foto: Renate Hoyer

Es dürften wohl die beiden wichtigsten Projekte der kommenden Jahre sein: Auf dem ehemaligen Vickersgrundstück und dem 2013 frei werdenden Krankenhausgelände sollen nach den Vorstellungen des Magistrats etwa 580 neue Wohnungen entstehen. Es gibt wohl kaum noch in irgendeiner anderen Stadt die Möglichkeit, so nahe zur Innenstadt, nahe zum Bahnhof und nahe zu den großen Straßen so viel Wohnraum neu zu schaffen.

Wohnungen, die sich auch Erzieherinnen der städtischen Kitas, Schwestern im Krankenhaus oder Pfleger im Altenheim von ihrem Gehalt leisten können. „Menschen, die hier arbeiten, sollen hier auch wohnen können“, sagte Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) gestern bei der Vorstellungen der Pläne vor Journalisten.

Das Gelände

Das Vickersgelände lag lange Jahre brach und dient gegenwärtig als Parkplatz und Depot für die Stadtwerke und den Bauhof.
Die Stadt hat das bislang für Gemein
bedarf ausgewiesene Grundstück ursprünglich erworben, damit der Hochtaunuskreis dort die Pestalozzischule neu hätte bauen können.
Wenn das Areal Baugebiet wird, wird eine Nachzahlung von 2,2 Millionen Euro fällig, die Stadt hatte damals nur 275 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Ausgewiesen werden soll dort ein „allgemeines“ Wohngebiet.
Im Schaberweg nebenan ist das Unternehmen Ringspan angesiedelt. Dem hat die Stadt in einer zukünftigen Tiefgarage bereits Stellplätze angeboten.

Am Montagabend hat der Magistrat den Aufstellungsbeschluss für die entsprechenden Bebauungspläne gefasst, die Stadtverordneten können am 1. März da-rüber entscheiden. Das Vickersgelände, benannt nach dem früher hier angesiedelten Industriebetrieb, liegt zwischen Frölingstraße und Schaberweg und bietet etwa 2,5 Hektar Platz für eine Bebauung mit 250 bis 300 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Nach den Vorstellungen von Korwisi soll auch die Sporthalle der Humboldtschule von dort verschwinden und zusammen mit einer Erweiterung des Gymnasiums auf dem Gelände der ehemaligen Georg-Kerschensteiner-Schule neu gebaut werden.

Das hätte den Vorteil, dass die Schüler zum Sportunterricht nicht immer die verkehrsreiche Frölingstraße überqueren müssten. Die Sanierung der 45 Jahre alten Sporthalle sei ohnehin „sehr teuer“. Sie wäre allerdings Sache des Hochtaunuskreises. Dem Landrat Ulrich Krebs (CDU) hat der OB bereits im vergangenen April die Vorstellungen der Stadt mitgeteilt. „Bislang haben wir noch keine abschließende Reaktion darauf bekommen“, sagte er gestern. Die Stadt würde dem Kreis die 8000 Quadratmeter des Kerschensteiner-Geländes zur Verfügung stellen, wenn sie vom Kreis im Gegenzug die 3500 Quadratmeter der jetzigen Sporthalle zur Bebauung dazu bekäme.

Soziale Durchmischung

Befürchtungen, die verdichtete Bebauung könnte ein sozial problematisches Viertel entstehen lassen, zerstreut der OB. Die Bebauung solle eine „soziale Durchmischung“ ermöglichen. Neben preiswerten Mietwohnungen soll es dort Eigentumswohnungen und auch einige Stadthäuser geben. Grünanlagen sollen für die Qualität sorgen, die den meisten Homburger Wohngebieten eigen ist. Einen städtebaulichen Wettbewerb brauche man nicht, „denn wir wissen ja, was wir dort wollen“, sagt der OB.

Auf dem Krankenhausgelände, das dem Kreis gehört, soll nach den Vorstellungen der Stadt am Rand zur Urseler Straße hin ein Block mit Läden als eine Art Schallschutz für die dahinterliegenden Häuser entstehen. Bis zu 280 Wohnungen sollen das auf dem 3,2 Hektar großen Gelände sein. Das Planungsrecht soll bis zum Auszug der Klinik im Herbst 2013 geschaffen sein, damit es am Stadteingang nicht lange eine Brache gibt.

Für das stadteigene Vickersgelände hat die Verwaltung laut Korwisi bereits Gespräche mit einem Investor aufgenommen.

Autor:  Martina Propson-Hauck
Datum:  8 | 2 | 2012
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