Thomas Kauffels sieht den Opel-Zoo in Gefahr. Dem Chef der Kronberger Institution macht das aktuelle überarbeitete Säugetiergutachten große Sorgen. Dieses Gutachten, es legt die Standards in der Zootierhaltung fest, wird derzeit im beratenden Gremium des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz kontrovers diskutiert.
Kauffels sitzt als Vertreter der Zoos in der Kommission und ärgert sich. Nach seiner Meinung gefährden die Forderungen der Tierschutzorganisationen die deutschen Zoos. „Die Tierschützer fordern zum Beispiel, dass Elefanten das 40-fache ihrer bisherigen Fläche im Zoo benötigen“, sagt Kauffels. Aktuell benötigt jeder im Zoo gehaltene Elefanten eine Fläche von 500 Quadratmeter.
Weiteres Kuriosum, das Kauffels aufführt, sind die Delfine. „Geht es nach den Tierschützern, brauchen sie im Zoo ein Becken, in dem sie 850 Meter geradeaus schwimmen können“, erzählt der Zoo-Direktor.
Im Streit über die artgerechte Haltung von Zootieren hat er in den FDP-Bundestagsabgeordneten Hans-Michael Goldmann, Professor Erik Schweickert und Stefan Ruppert Mitstreiter gefunden. Goldmann ist Vorsitzender des Bundesausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Für den studierten Tierarzt steht fest: „Die Tierschutzorganisation können ihre Forderungen beim neuen Säugetiergutachten nicht als Kompromiss ansehen“. Goldmann fordert deshalb von den Kommissionsmitgliedern „mehr Miteinander und Fachlichkeit“, um zu einem tragbaren Ergebnis zu kommen. Sein Parteikollege Schweickert steht diesem Ansinnen offenbar skeptisch gegenüber, wenn er sagt: „Bei den Tierschutzorganisationen sehe ich zurzeit nur Verbands- und Interessenpolitik am Werke.“
Kauffels setzt hier noch nach. „Die Tierschützer fordern Mindeststandards für die Käfighaltung von Wildtieren“, sagt er. Diese hätten faktisch die Schließung der meisten deutschen Zoos zur Folge. FDP-Mann Ruppert sieht hingegen nicht so schwarz in die Opel-Zoo-Zukunft: „Es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird“, sagt er.

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