Das größte englischsprachige Theaterfestival Kontinentaleuropas findet dieses Jahr in Bad Homburg statt. Vom 13. bis 16. Mai treten zwölf Amateur-Gruppen auf die Kurhausbühne. Ab 19.30 Uhr sind jeweils drei Einakter zu sehen, berichtet der in Bad Homburg wohnende Festivalpräsident David Marks. Eine Dramaturgin wird die Aufführungen öffentlich bewerten. Die Jury kürt am Ende das beste Stück und die besten Schauspieler. Das Repertoire reicht von Shakespeare bis zu den Stücken moderner Autoren. Vier Uraufführungen sind geplant.
In der ersten Liga
13. Mai: Tagora, Straßburg: Late Entry von David Tristram. Entity Theatre, München: The Exception and The Rule von Bertold Brecht. ESOC Theatre Group, Darmstadt: White Liars von Peter Shaffer.
14. Mai: BATS, Antwerpen: Oh, my God! von Daniel Sossi (Uraufführung). NEAT, Stuttgart: At Home At The Zoo von Albee. ECC, Brüssel: The Red Death von Stephen Challens (Uraufführung).
15. Mai: NWTC, Luxemburg: Jolly von David Mamet. ITG, Brüssel: Come On Over von Conor McPherson. In Players Drama Group, Amsterdam: In Yonder Green Glen von Svarupa (Uraufführung).
16. Mai: Theater de WAANzin, Gent: Sister of von Lot Vekemans (Uraufführung). CAZTS, Rheindalen: Wedding Day von John Glen. GEDS, Genf: Shakers Resirred von John Godber.
Beginn der Vorstellung jeweils 19.30 Uhr im Kurhaus. Eintritt: 17 Euro. Vorverkauf und Info unter www.festfrankfurt.org/F2010. (nes)
Schon 1991, 1996 und 2003 gab es solche Festivals in Bad Homburg. "Wir haben davon gar nichts bemerkt", wundert sich Kulturdezernentin Beate Fleige. Erst als David Marks im vorigen September bei ihr vorsprach, sei ihr klar geworden, dass Bad Homburg die deutsche Hauptstadt im Netzwerk der englischsprachigen Amateurtheater ist. In anderen Jahren treffen sich die rund 250 Mitwirkenden in Metropolen wie Brüssel, Den Haag, Genf oder Luxemburg. Warum also Bad Homburg? "Die Teilnehmer schätzen, dass hier alles zu Fuß erreichbar ist", so David Marks. "Man kann sein Auto vier Tage lang stehen lassen." Früher seien die seit 1977 jährlichen Theaterfestivals eher geschlossene Veranstaltungen gewesen, weshalb die Bad Homburger auch nichts wahrnahmen. Die theaterverrückten Briten genossen es, sich jedes Jahr zu treffen und von den dramaturgischen Tricks der anderen Gruppen zu lernen.
Dann sei das Interesse am Festival gewachsen. Und man entschloss sich, die Öffentlichkeit einzuladen. Auch in Frankfurt suchten Marks, sein Mitorganisator David Jayne und fünf weitere Mitglieder des Organisationskomitees nach Aufführungsstätten. "Aber die waren zu groß, zu klein oder zu teuer". Denn der Verein "Frankfurt English Speaking Theatre" habe wenig Geld. Umso erfreuter sind Marks, David Jayne und die fünf weiteren Organisatoren über den Festival-Zuschuss, der aus der Stadtkasse kommt.
Alle Theaterleute arbeiten ehrenamtlich und unbezahlt. Der seit elf Jahren in Bad Homburg lebende Germanist und Finanzmanager David Marks buchte Hotelbetten, warb bei Sponsoren Geld ein und bot den Englischklassen der hiesigen Schulen Theaterworkshops an. Letztere hätten daran allerdings wenig Interesse gezeigt.

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