Im Bahnhof sollte die Stadt ein Fahrrad-Parkhaus einrichten. Wenn das von der Stadt gekaufte Gebäude saniert wird, könnte man einen ungenutzten Gepäcktunnel dafür herrichten, schlägt Stefan Pohl vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) vor. Die Pendler könnten darin für wenig Geld ihre Räder abstellen - und sicher sein, dass sie bei ihrer Rückkehr von der Arbeit noch heil an Ort und Stelle sind.
Schon im April 2003 hatte der ADFC den Umbau der ehemaligen Expressguthalle zur Fahrradstation mit 200 Stellplätzen vorgeschlagen. Der damalige Stadtrat Michael Korwisi (Grüne) besichtigte die Halle damals und befürwortete die Idee. Sie blieb jedoch in der Schublade.
Seit 2007 gehört der Bahnhof der Stadt. Sie plant nun seine Umgestaltung. Vorgesehen sind Läden, eine Gaststätte mit Platz für Kulturveranstaltungen und eine Tiefgarage unter dem Vorplatz. Chefplaner Jürgen Hölz hält auch eine Fahrradstation im ehemaligen Gepäcktunnel im linken Flügel des Bahnhofsgebäudes für diskussionswürdig. "Da müssen wir schauen, wie wir das machen können", sagte er jüngst vor dem Verkehrsausschuss. In derselben Sitzung meinte der ADFC-Vertreter Bernhard Wiedemann: "Man könnte die Radstation mit einem gemeinnützigen Arbeitsprojekt verbinden. Das schafft Arbeit und spart Kosten". Der ADFC verweist auf den Erfolg der im Mai eröffneten Fahrradstation im Wiesbadener Hauptbahnhof. Am Gleis 11 seien drei Stammkräfte und acht vorher arbeitslose Jugendliche und Erwachsene beschäftigt. Sie haben laut ADFC binnen dreier Monate 493 Fahrräder repariert, 124 gewartet und 80 Räder verliehen. Das Erscheinungsbild des Bahnhofs habe sich verbessert. Von den städtischen Verkehrspolitikern hat sich niemand gegen eine Fahrradstation ausgesprochen. Zuletzt warben die Freien Homburger Wähler (FHW) für das Projekt. Zurzeit stünden täglich an die hundert Räder vor dem Bahnhof, so der FHW-Vorsitzende Hans-Günter Beermann. In einem Fahrradparkhaus gäbe es Nachfrage für doppelt so viele Stellplätze - "zumal steigende Spritpreise, teure Parkgebühren und die künftige Feinstaubplakettenpflicht in der Frankfurter City noch so manchen dazu zwingen dürften, auf das Fahrrad umzusteigen."
Ob es einst wirklich eine Fahrradstation in Bad Homburg geben wird, bleibt ungewiss. Stadt-Sprecher Andreas Möring bat gestern um Geduld: "Von der Planung her ist es noch ein bisschen zu früh."

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