Traditionalisten können sich das gar nicht vorstellen. Der Taunuskarnevalszug ohne die Untere Hainstraße und die Vorstadt, das wäre ein karnevalistisches Ausbluten der Innenstadt beim Höhepunkt der närrischen Kampagne. Traditionelle Treffpunkte, die sich über Jahrzehnte etabliert haben, würden wegfallen. Immer schon, „seit Orschelgedenken“, wie es auch der Vereinsring nennt, zieht der närrische Lindwurm am Fastnachtssonntag entlang dieser Achse des Frohsinns Richtung Adenauerallee.
Der Taunus-Karnevalausschuss im Vereinsring hat den Zugweg wie folgt verändert: Start ist auch am 10. Februar 2013 wie immer am Rahmtor. Zuvor stellen sich Wagen und Fußgruppen in umgekehrter Reihenfolge in der Altkönigstraße auf.
Über den Marktplatz und die Eppsteiner Straße geht es in der neuen Variante zum Homm-Kreisel, dann durch den Holzweg und über den Epinay-Platz, Henchenstraße und Liebfrauenstraße zur Bären-Kreuzung, wo der alte Kurs über die Adenauerallee wieder aufgenommen wird.
Informationen zum Zug und zur Zugordnung gibt es auf der Homepage des Vereinsrings, www.vereinsring-oberursel.de. Dort finden sich auch Anmeldeformulare. Gruppen, die am Zug teilnehmen wollen, müssen sich bis spätestens 16. Dezember anmelden. (jüs.)
Und doch, auch die im Narrenrat organisierten Karnevalvereine vom Frohsinn bis zum Club Geselligkeit Humor (CluGeHu) Weißkirchen haben die geplante Änderung positiv aufgenommen, heißt es in einer Mitteilung des Vereinsrings zur neuen Streckenführung, die dieser mit „Taunus-Karnevalszug 2013 auf neuen Wegen“ überschrieben hat.
Hintergrund der Streckenänderung sind vor allem Sicherheitsbedenken. Ein für Zuschauer und Teilnehmer gefahrloses Durchfahren neuralgischer Punkte sei nicht mehr möglich, so die Argumentation von Polizei, Ordnungsamt, Feuerwehr, Rotes Kreuz und Verkehrsüberwachungsclub. Die Behörden gehen dabei von „stetig steigenden Besucherzahlen“ aus, über die es allerdings keine gesicherten Erhebungen gibt. Die Zuschauerzahl wird seit vielen Jahren immer wieder mit rund 40.000 angegeben. Andere Stimmen beklagten zuletzt einen Rückgang der Besucherzahlen, die sehr wetterabhängig sind.
Problematisch für die tatsächlich immer größer werdenden Festwagen sind die Einfahrt von der Eppsteiner Straße in die Untere Hainstraße und aus dieser hinaus in die Vorstadt. Der enge Kurvenradius erfordert viel Geschick der Fahrer, gefährliche Situationen am Straßenrand bleiben dabei nicht aus. In der überarbeiteten Zugordnung sind daher die Maximalmaße der Fahrzeuge auch genau vorgegeben. Drei Meter breit, vier Meter hoch und neun Meter lang darf ein Einzelfahrzeug sein. Sattelkraftfahrzeuge dürfen nicht länger als 15 Meter sein, bei Zügen (Lkw und Anhänger) ist bei 18 Meter Schluss.
Aufgrund der Sicherheitsbedenken hatten sich die Vertreter der Veranstalter und der Sicherheitsorgane bei der Nachbetrachtung des letzten Taunuskarnevalszuges mit 135 Zugnummern aus der ganzen Region für eine geänderte Zugstrecke ausgesprochen. Sie habe den Vorteil, 200 Meter länger als bisher zu sein. Vor allem der Epinay-Platz mit seiner Freifläche soll beim Höhepunkt der Fastnachtssaison im Taunus mit Rahmenprogramm und Open-Air-Gastronomie aufgewertet und zu einem der stimmungsvollsten Orte werden.
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