Frank Böhme fährt Rad. Das macht er ohnehin gerne, aber ab heute fährt er 21 Tage lang nur mit dem Rad. Jeden Weg. Zur Arbeit im Frankfurter Merton-Viertel wie ohnehin jeden Tag, mit den kleinen Kindern auf den Spielplatz, zum Einkaufen, aber auch die 53 Kilometer zum Familientreffen am Wochenende in Braunfels und wieder zurück. Frank Böhme ist ab heute „Stadtradler“ und damit verpflichtet, drei Wochen komplett aufs Auto zu verzichten. Gestern hat er es symbolisch einmotten lassen und Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) den Schlüssel zur Aufbewahrung übergeben.
Mit rund 50 anderen Kommunen zwischen der Nordsee und den Alpen hat sich Oberursel zum „Stadtradeln“ angemeldet – einer Aktion des Klima-Bündnisses, dem die Stadt ebenfalls angehört. Also wird auch der Bürgermeister dabei sein, das hat er versprochen. Zumindest beim drei Kilometer langen Weg zu seinem Arbeitsplatz im Rathaus wird er bis zum 6. Oktober aufs Auto verzichten und aufs Zweirad umsteigen.
Möglichst viel treten wollen auch die Mitglieder der elf Teams, die sich bisher fürs Stadtradeln angemeldet haben. Ihre Leistung kann jederzeit aktuell im Internet (www.stadtradeln.de) kontrolliert werden. Weitere Teams können sich noch melden. Die Teilnehmer aus ganz Deutschland wollen drei Millionen Fahrradkilometer sammeln und damit einen neuen Rekord aufstellen. Wenn nur etwa 30 Prozent der Kurzstrecken bis sechs Kilometer in den Innenstädten mit dem Fahrrad statt mit dem Auto gefahren würden, ließen sich 7,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden.
Frank Böhme, der Vollzeit-Stadtradler, ist auch Kapitän des Teams „Grün fährt Rad“ mit Stadtverordneten der Grünen und Parteifreunden. Auch die CDU hat ein Team auf die Beine gestellt, die Verwaltung, Firmen und Familien radeln mit. „Mit meiner Teilnahme möchte ich als Stadtverordneter Vorbild sein und weitere Bürger zum Umstieg auf das Fahrrad bewegen“, sagt Böhme. Mindestens einmal wöchentlich wird der Stadtradler im Blog über seine Erfahrungen berichten.

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