Auch nach dem Mord an einem Obdachlosen bleibt die Notunterkunft im Taunus Quarzit Werk bestehen. Die Stadt habe bislang keinen anderen Standort gefunden, weder an der Teichmühle noch auf dem Gelände des Köpperner Waldkrankenhauses, so die Auskunft des Magistrats in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses. Die Träger, der Frankfurter Verein für soziale Heimstättten und Vitos, hätten Bedenken geäußert.
Im Zusammenhang mit der Obdachlosenunterkunft hatte der Staatsanwalt in dem Mordprozess gegen die drei jungen Männer von einem "rechtsfreien Raum" gesprochen. Die abgelegenen Häuser und Container, die Verwahrlosung der Unterkünfte und Bewohner hätten der Bluttat Vorschub geleistet. Das Ende ist bekannt: Am 15. April 2009 folterten drei Mitbewohner den 24 Jahre alten Markus L. zu Tode, dafür wurden sie jüngst zu langen Freiheitsstrafen verurteilt.
In dem Container, in dem Mörder und Opfer gemeinsam lebten, wohnen noch zwei Menschen. Das Sozialamt versuche derzeit, die beiden in andere Unterkünfte umzusiedeln, teilte Sozialamtsleiter Klaus Holländer mit. Insgesamt leben nach Angabe der Stadtverwaltung in dem Container-Dorf noch zehn Personen. Weitere 39 Menschen sind in 26 anderen städtischen Wohnungen untergebracht.
Sechs Container-Räume im Quarzit Werk würden für Notfälle bereitgehalten, sagte Ordnungsamtsleiter Manfred Sommer. Dort werden dann zum Beispiel Alkoholkranke eingewiesen, wenn sie wegen Rückfällen die Entziehungskur im Waldkrankenhaus abbrechen müssen. Das ist erst jüngst wieder geschehen, geht aus dem Bericht des Magistrats hervor. Laut Ordnungsamt fährt einmal in der Woche ein Mitarbeiter hinaus zum Quarzit Werk, um nach dem Rechten zu sehen. Auch eine städtische Sozialarbeiterin sei regelmäßig draußen, um Hilfe anzubieten.

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