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Fürstlich parken

Darmstadt Wie eine Radstation funktioniert

Eine gelbe Schranke bildet das Eingangstor zum Fahrrad-Parkhaus am Darmstädter Hauptbahnhof. 340 Stellplätze gibt es hier, darunter auch videoüberwachte Plätze für Frauenfahrräder. Seit neun Jahren existiert die Fahrradstation am Hauptbahnhof. Das Ensemble aus Parkhaus, Verleih und Fahrradladen hat sich bewährt: Vor allem Pendler nutzen die Möglichkeit, ihr Fahrrad sicher und bequem am Bahnhof abstellen zu können.

Da einige ihr Rad tagsüber dort ließen, andere nachts, sei eine Mehrfachbelegung möglich, erzählt Martin Rau, einer der beiden Betreiber. Sie könnten also mehr Dauerkarten verkaufen, als es Stellplätze gibt. Und das tun sie auch - die Nachfrage ist da.

Eine Dauerkarte kostet für einen Monat zehn und für ein ganzes Jahr 40 Euro - also elf Cent am Tag. Wer sein Rad nur für einen Tag abstellen möchte, bezahlt einen Euro. Diese Preise freuen zwar die Nutzer, reichen aber nicht, um die Station zu finanzieren. Deshalb zahlt die Stadt Darmstadt jährlich 100 000 Euro dazu, unter anderem um Strom- und Wartungskosten zu decken. Eine Einnahmequelle ist die Fahrradstation also nicht. Eher ein Prestigeobjekt.

Die Fläche dafür liefert der ehemalige Fürstensteg, der quer über den Gleisen verläuft. Treppen führen von dort auf die Gleise hinab. Ursprünglich sollte der Steg blaublütigen Reisenden einen privaten Zugang zu den Zügen ermöglichen. Heute kommt er Fahrradbesitzern zugute, die so nur wenige Stufen vom Sattel zur Bahn zurücklegen müssen.

Wer seines Drahtesels überdrüssig ist, kann ihn in der Fahrradstation kostenlos zum Verkauf stellen. Martin Rau und sein Geschäftspartner Stefan Bader vermieten auch Räder, für Gruppen bis zu 30 auf einmal. Nebenan liegen die Geschäftsstelle des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs und ein Fahrradladen, der auch Reparaturen anbietet.

Autor:  ANNE SOPHIE LANG
Datum:  23 | 9 | 2008
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