Die 49-jährige Volkswirtin aus Oberhöchstadt erklärte am Montag ihren Parteiaustritt. Sie werde zur Kommunalwahl auf der Liste der KfB (Kronberg für Bürger) kandidieren, meldeten am Dienstag Eva-Maria Villnow und Andreas Neumann im Namen der Wählergemeinschaft. Die KfB änderte ihre bereits fertigen Wahlvorschläge, um Hildmann prominent platzieren zu können: Für das Stadtparlament steht Hildmann nun auf Platz 3 der KfB-Liste, für den Ortsbeirat in Oberhöchstadt auf dem Spitzenplatz.
Mit diesem Coup erhöht die KfB ihre Chancen, den Posten des Ortsvorstehers im 2600 Einwohner zählenden Stadtteil Oberhöchstadt zu ergattern. Gabriele Hildmann füllt dieses Amt bislang als SPD-Mitglied aus. Im Stadtparlament ist die Sozialdemokratin Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses – und wird es nach der Kommunalwahl wohl auch bleiben. Die Kfb hat bislang vier Stadtverordnete, die SPD sieben.
Kurz vor Weihnachten hatte Hildmann ihren Rückzug aus Parlament und Ortsbeirat angekündigt. Sie wolle aber Sozialdemokratin bleiben, sagte sie damals. Ein Anlass für das Zerwürfnis mit der SPD war 2010 Hildmanns Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeister und Kämmerer Klaus Temmen wegen verzögerter Rechenschaftsberichte. Außerdem hatte Hildmann laut KfB mit ihrer Unterschrift eine Sondersitzung ermöglicht, in der die von 95000 auf 350000 Euro gewachsenen Kosten für das Einrichten des Bürgerbüros am Berliner Platz kritisiert wurden.
Man habe schon länger einen guten Eindruck von Gabriele Hildmann, sagte am Dienstag die KfB-Spitzenkandidatin Heide-Margaret Esen-Baur: „Sie arbeitet sachlich und fundiert. Sie ist ein Gewinn für ganz Kronberg.“ Hildmann selbst sagt: „Ich habe mich inhaltlich nicht verändert.“ Falls die SPD für die letzten zwei Monate vor der Kommunalwahl auf die Rückgabe ihrer Mandate bestehe, werde sie das Parlament und den Ortsbeirat verlassen.

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