Die Zahl der Delikte im Umfeld von Schulen sind im Hochtaunuskreis angestiegen. Das ergeben die Zahlen aus der so genannten "Sonderauswertung Tatort Schule" für das vergangene Jahr. Insgesamt registrierte die Polizei in Bad Homburg 301 Fälle, 89 mehr als im Jahr zuvor. Der größte Anteil entfällt auf den Bereich Diebstahl.
Die Statistiker in allen vier Polizeistationen im Kreis beobachteten einen Anstieg, besonders frappant fiel er in Königstein aus. In 70 Fällen ermittelte die Polizei dort bei Straftaten rund um Schulen, das entspricht einer Verdoppelung. 90 Fälle meldete die Bad Homburger Polizei, die Kollegen in Oberursel bearbeiteten 93 Fälle, in Usingen 48. Zumeist wird die Polizei wegen Diebstählen gerufen, mit 171 (2008: 106) machen sie über die Hälfte aus.
Vergleichsweise wenig musste die Polizei wegen Gewalttätigkeiten ermitteln, die in der Statistik als Roheitsdelikte geführt werden. Das war 83 mal der Fall. Die Tendenz ist leicht rückläufig, ebenso bei Sachbeschädigungen, vor allem bei Graffiti.
Siegfried Schlott, Pressesprecher der Polizeidirektion Hochtaunus, will die Situation an den 78 Schulen im Kreisgebiet nicht dramatisieren. Während es in früheren Jahren an einzelnen Schulen "regelmäßig Zoff" gegeben habe, sei es seit einiger Zeit ruhiger geworden, sagt Schlott. Zudem erfasse die Sonderauswertung nicht nur Delikte von Schülern. Inzwischen scheiterten 40 Prozent aller Wohnungseinbrüche, weil sich die Bewohner besser schützten. Schlott: "Die Täter weichen aus, suchen sich weniger gut gesicherte Objekte, das sind oft Büros und Schulen. Dort ist am Wochenende niemand da." So komme es immer wieder zu Einbrüchen, bei denen bevorzugt Computer gestohlen würden.
Gute Erfahrungen hat die Polizei mit Präventionsprojekten gemacht, allen voran "Prävention im Team", das von der Landesregierung initiiert wurde. Daran beteiligen sich derzeit die Gesamtschule am Gluckenstein in Bad Homburg, die Integrierte Gesamtschule Stierstadt und die Friedrich-Stoltze-Schule in Königstein. Dort arbeiten Lehrer, Polizisten und Jugendpfleger mit Schülern. Polizeisprecher Schlott spricht von einer ausnahmslos positiven Bilanz.
Dass Schulen als Tatort gesondert betrachtet wird, sieht man im Staatlichen Schulamt für die Kreise Hochtaunus und Wetterau gelassen. "Wir haben im Hochtaunuskreis rund 20000 Schüler. Dass da mal was passiert, ist normal", sagt Schulpsychologe Ludger Busch.

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