Acht Jahre ist es her, dass die politische Prominenz des Landes mit Wissenschaftsministerin Ruth Wagner (FDP) das einzige "Keltendorf mit U-Bahn-Anschluss" an der Hohemark gefeiert hat. Die Eröffnung des Keltenrundwanderweges im Heidetränk-Oppidum sollte den Taunus-Tourismus in eine neue erfolgreiche Zeit befördern. Vom "Tor zum Taunus" war schon damals die Rede, jetzt soll es Gestalt bekommen als "Taunus-Informationszentrum", durch das sozusagen jeder durch muss. Denn über die Hohemark gelangen etwa 60 Prozent aller Besucher auf das Gebiet des Naturpark Hochtaunus.
Also kam gestern Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) zum ersten Spatenstich, und die Gäste und ihre Herkunft demonstrierten, dass die "Destination Hochtaunus" von der Hohemark aus noch besser vermarktet werden soll. Posch nannte den 400.000-Euro-Zuschuss aus der Landeskasse für das 2,7-Millionen-Projekt daher eine "sinnvolle Investition", die Vorstandsvorsitzenden dreier regionaler Banken nickten als Vertreter sponsernder Institutionen dazu. Und die Geschäftsführer wichtiger touristischer Einrichtungen wie Hessenpark und Opel-Zoo, Planungsdirektor und Regionaldezernent, Bürgermeister und Abgeordnete aus Kreis, Land und Bund hofften schon auf zusätzliche Einnahmen.
Das Taunus-Informationszentrum entsteht an der Alfred-Lechler-Straße, Oberursel-Hohemark. Direkt gegenüber liegt die Endhaltestelle Hohemark der U-Bahn-Linie 3 Richtung Frankfurt. Von dort fahren Busse in den Hochtaunus.
Mit dem Auto ist es über die A 661 und die Anbindung zu B 455 neu zu erreichen. An der Hohemark beginnt die Auffahrt zum Großen Feldberg.
Die Hohemark ist Ausgangspunkt vieler Wanderwege und Radtouren in den Taunus. Dort startet auch der Keltenrundwanderweg durch das Heidetränk-Oppidum. (jüs)
"Wir kommen als Freunde zusammen, wir wollen die Region gemeinsam voranbringen", sagte der Frankfurter Regionaldezernent Uwe Becker (CDU). Vor allem der Nahtourismus sei an der Grenze zwischen Regionalpark und Naturpark Hochtaunus ein wichtiger Faktor, von dem eine "grüne Region" profitieren könne. Welche Metropole habe schon ein Mittelgebirge vor der Tür. "Der Weg ins Grüne führt nur über Oberursel", reklamierte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) für seine Stadt. Bei der multimedialen Darstellung des Naturparks werde Oberursel dem Standort entsprechend eine besondere Präsentation bekommen.
Rechtzeitig zum Hessentag, wenn Oberursel bis zu eine Million Besucher erwartet, soll die zentrale Anlaufstelle für Touristen, Wanderer und Sportler fertig sein. Die Stadt stellt dafür das Grundstück an der U-Bahn-Endstation zur Verfügung und beteiligt sich mit 200 000 Euro am Bau. Der städtische Werbe-Slogan vom "Tor zum Taunus" soll an der Schnittstelle zwischen Stadt und Wald eine markante Note bekommen. Alle sollen davon profitieren, die touristischen Leuchttürme wie Saalburg, Limes, Hessenpark und Opel-Zoo ebenso wie die "vielen kleinen Schönheiten hinter dem Limes", so Landrat Ulrich Krebs (CDU).
Der Taunus Touristik Service (TTS) wird komplett aus dem Landratsamt an die Hohemark umziehen und das Info-Zentrum betreiben. Auch die Geschäftsstelle des Zweckverbands Naturpark Hochtaunus kommt mit Werkstatt nach Oberursel. Für den Taunus-Tourismus soll auf 210 Quadratmeter Ausstellungsfläche geworben werden. Ein Seminarraum soll verstärkt Schulklassen anziehen. In das Haus wird eine Gaststätte mit "wellnessorientierter und regionaler Küche" mit rund 60 Plätzen integriert.

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