So uneingeschränktes Lob bekommen Schüler in der Schule wohl eher selten. "Um eure Zukunft braucht ihr euch keine Gedanken zu machen, bei uns würdet ihr sofort ein Praktikum bekommen", sagte Jost Geweke, Vertriebsvorstand der RWE-Tochter Süwag Energie, zu den 17 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe neun an der Humboldtschule. Sie haben den Regionalentscheid beim bundesweiten Schulwettbewerb der Süwag zum Thema "Pack´s an - Gemeinsam geht´s schlauer" gewonnen und dürfen nächste Woche zum Bundesentscheid nach Recklinghausen fahren.
Anna, Philip und Tim präsentierten mit professionell erstellten Grafiken kurz und auf den Punkt gebracht, wie sie dem Thema "Mobilität und Klimawandel" mit ihrem Lehrer Matthias Rau alltagspraktische Aspekte abgewinnen konnten. So starteten sie eine Umfrage unter 500 der rund 1200 Schülern der HUS, mit welchen Verkehrsmitteln sie zur Schule kommen und in welcher Entfernung zur Schule sie wohnen.
Wer mit dem Fahrrad zur Schule (oder zur Arbeit) fährt, wählt wohl das umweltfreundlichste Fortbewegungsmittel.
Beim Autofahren werden auf 100 Kilometer Fahrtstrecke 16 Kilo CO2 freigesetzt. Um soviel des Treibhausgases in die Atmosphäre zu pusten, müsste ein Radfahrer nach den Berechnungen der HUS-Schüler 4200 Kilometer unterwegs sein. Sein CO2-Ausstoß allerdings berechnet sich nur aufgrund seines Mehrbedarfs an Nahrungsenergie.
Mehr als ein Viertel der Schüler findet laut Umfrage überfüllte Busse und Bahnen bequemer und schneller als das Rad, das nur 30 Prozent nutzen. (prop)
Mehr als zwei Drittel der Schüler wohnen weniger als sechs Kilometer von der Schule entfernt, also in einer mit dem Rad bequem zurückzulegenden Distanz. Aber nicht einmal jeder dritte Schüler nutzt tatsächlich das Fahrrad wenigstens im Sommer für den Schulweg. Im Winter sind es nur 16 Prozent. Vor allem bei den Siebtklässlern bemerkten sie eine Abneigung, zum Rad als Transportmittel zu greifen. Neuntklässler hingegen fahren öfter Rad, während die Oberstufenschüler gern im Auto vorfahren.
Warum das Rad nicht gern genommen wird, fragten die Schüler ebenfalls. An manchen Stellen werden die Radwege als nicht sicher eingestuft. Zudem gibt es zu wenig Fahrradständer an der Schule. Bei einer Stichprobe konnten von 437 Rädern nur 175 regulär angeschlossen werden, der Rest parkte wild.
Um ihren Klassenkameraden den Umstieg aufs Rad schmackhaft zu machen, haben die Schüler auch einen eigenen Wettbewerb mit dem Titel "Schlau mobil zur HUS" ausgeschrieben. Die fitteste und damit klimafreundlichste Klasse bekommt 100 Euro für die Klassenkasse als Preis.
Das Projekt haben die Schüler auch im Verkehrsausschuss der Stadt vorgestellt, damit die Fraktionen aus den Erfahrungen der Schüler politische Anträge formulieren können. Eine detaillierte Mängelliste der Radwege haben sie dort ebenfalls abgegeben.
Wer Energieeffizienz erreichen wolle, "muss sich kümmern und im eigenen Umfeld anfangen", lobte Oberbürgermeister Michael Korwisi die Schüleraktion.

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