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Internet-Offensive: Hot Spots für Homburg

Die Bad Homburger Grünen fordern drahtlose Internet-Zugänge an allen öffentlichen Plätzen. Kurdirektor Wolter setzt lieber auf den neuen Bahnhof. Von Martina Propson-Hauck

Capuccino und Laptop - so hätten es die Bad Homburger Grünen gern für die Generation 2.0.
Capuccino und Laptop - so hätten es die Bad Homburger Grünen gern für die Generation 2.0.
Foto: FR/Schick

Der moderne Mensch ist offenbar nicht glücklich, wenn er nicht jederzeit und überall Zugriff auf das Internet hat. So berichtet Peter Braun, der auf dem Marktplatz einen Blumenstand betreibt und zugleich Stadtverordneter der Grünen ist, dass er sehr häufig danach gefragt werde, wo man denn in Bad Homburg als Nicht-Heimischer das Internet nutzen könne.

Das hat die Fraktion der Grünen jetzt dazu bewogen, im Stadtparlament einen Antrag zu stellen, auf allen öffentlichen Plätzen in der Innenstadt jeweils einen so genannten Hot Spot zu installieren - einen drahtlosen Zugriffspunkt aufs Internet -, um der Bedeutung Bad Homburgs als Kongressstadt gerecht zu werden. Der Internetzugang soll für die Stadtbesucher ohne Password und kostenlos möglich sein. Die anderen Fraktionen unterstützen den Vorschlag, haben jedoch in der jüngsten Stadtverordnetensitzung ihre Bedenken geäußert, da Sicherheitsvorkehrungen nötig seien und Kosten entstünden. Deshalb prüft nun die IT-Abteilung im Rathaus, was zu welchem Preis möglich ist.

Ralf Wolter, Geschäftsführer der Kur- und Kongress GmbH, hat bereits einschlägige Erfahrungen gesammelt. So erklärt er auf Anfrage, dass ein solcher Hot Spot, allerdings kostenpflichtig, im Kurhaus bereits fünf Jahre lang existiert habe und gerade im vergangenen Herbst von dem externen Anbieter wegen mangelnder Nachfrage gekündigt worden sei. Auch ein anderer Anbieter habe abgewunken, weil die Einrichtung zu teuer und die Nachfrage zu gering sei.

Besonders teuer machen die Hot Spots neue gesetzliche Vorschriften über die Speicherung der Nutzerdaten. Auch die Stadt brauche dafür entsprechende kostspielige Hardware. "Wenn wir im Kurhaus den Hot Spot selbst weiter hätten anbieten wollen, hätte uns das einen sechsstelligen Betrag gekostet", rechnet Wolter.

Im Kurhaus und im Hotel Maritim haben Kongressgäste Zugang zu einer DSL-Leitung. In der Wallstraße gibt es ein Internetcafé, in der Stadtbibliothek 12 kostenpflichtige Internetarbeitsplätze. Drei Cent kostet die Minute, abgerechnet wird über eine aufladbare Chipkarte.

An Bahnhöfen und Flughäfen mit vielen Pendlern und Reisenden rechne sich ein Hot Spot laut Wolter für die Anbieter besser. Im Februar will er als Geschäftsführer der neu gegründeten Bahnhofsgesellschaft die ersten Pläne für die Neugestaltung des Bad Homburger Bahnhofs mit Gastronomie, Kultur und Geschäften vorstellen. In einem Bahnhof mit "hoher Aufenthaltsqualität" gehört dann auch ein Hot Spot wohl zum Standard.

Die Bürgerliste Bad Homburg (BLB) befürwortet übrigens die Einrichtung mehrerer Hot Spots in der Stadt auch aus einem politischen Grund. "Wir wollen nicht, dass sich die Piratenpartei hier ausbreitet", sagte Fraktionsvorsitzender Armin Johnert in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Deshalb sollte deren Forderung nach kostenlosen Internetzugängen von den anderen Parteien aufgegriffen werden. Die Piratenpartei steht kurz vor der Gründung eines Kreisverbandes im Hochtaunuskreis.

Autor:  Martina Propson-Hauck
Datum:  28 | 1 | 2010
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