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Leserbriefe: Wohlüberlegtes Vorgehen

Der Tod des Hundes Richi bewegt unsere Leser weiterhin. Zu dem Thema haben uns Leserbriefe aus ganz Deutschland erreicht.

Sie schreiben: "Jäger spricht von Kurzschlussreaktion" - von wegen Kurzschlussreaktion. Wer Fallen stellt, tut das wohlüberlegt. Jetzt, da er ertappt wurde, geht es wieder einmal um Schadensbegrenzung. Einmal sollte man sehen, dass so einer zu seiner Tat steht, aber dazu fehlt denen jegliches Gewissen. Wetten wir, dass der immer noch im Besitz seiner Waffen und seines Jagdscheines ist ? Warum sucht die Polizei nach dem Kadaver, anstatt sich vomTäter sagen zu lassen, wo er ihn versteckt hat? Wie wäre es mit Spürhunden? Wenn man sich in diese Art Menschen reinversetzt (was zugegebenermaßen schwerfällt), sollte der Ort gut zu finden sein. Die Polizei kann ja jägererfahrene Tierschützer einsetzen. Die kennen die Vorgehensweise mittlerweile sehr gut. Aber ohne Hund keine sicheren Beweise. So läuft das Täterschutzprogramm. Rolf Tingler, Rottweil

Ein höchst tragischerUnglücksfall

Da braucht niemand das LKA, um die Sache aufzuklären, hier ist ein wenig Psychologie gefordert: Das schwer verletzte, stark blutende und möglicherweise unheilbar verstümmelte Tier löst bei dem Fallensteller einen logischen Reflex aus: In Panik und unter Schock über die Wirkung seines verbotenen Tellereisens, auch noch beim Hund des Nachbarn, zu dem man ein gutes Verhältnis hat, erlöst er das leidende Tier. Als Waidmann hat er Erfahrung und um den Nachbarn zu schonen, beseitigt er es. Das war kein Hundemord, sondern ein höchst tragischer Unglücksfall mit traumatischen Folgen für die Beteiligten. Die Hunde der Baumschule sind wirksame Bewacher, aber der Zaun, hinter dem sie ihre Aufgabe bisher verrichteten, ist allzu dürftig. Es muss wundern, dass die starken Tiere sich bisher immer an ihr Terrain gehalten haben. W. Wawrzyniak, Bad Homburg

Reichsjagdgesetzaus der NS-Zeit

Bis zum Ende des Dritten Reiches galt in Deutschland das Reichsjagdgesetz. Es trug in weiten Teilen die Handschrift des jagdversessenen Reichsfeldmarschalls Hermann Göring. Im Gegensatz zu ihm hat sein schon damals überaltertes Jagdgesetz bis heute überlebt. Warum ist es bis heute immer noch so schwierig, diesen Irrsinn zu beenden? Auffallend stark vertreten sind Jäger in der Politik, in Rechtsprechung und Verwaltung sowie in Wirtschaftsverbänden. Noch Fragen..? Klaus Morbach, Lohfelden

Jagdschein entziehen

Es ist wieder mal unglaublich. Wie rechtfertigt der werte Herr Jäger die Tatsache, dass er eine verbotene Falle in seinem Garten aufstellt. Wofür? Was für ein Biest wollte der Mensch denn fangen, dass er - wenn es denn schon sein muss - keine Lebendfalle verwenden konnte. Fraglich zudem: Wieso musste er das Tier gleich ermorden, statt es zu befreien. Dieser Person gehören sowohl Jagd- als auch Waffenschein entzogen. Leider werden diese "Freibriefe" in Deutschland eh viel zu lax verteilt. N. Nubgen, Köln,

Jäger erlegen jährlich über fünf Millionen Tiere

Von einem tragischen Unfall kann wohl keine Rede sein. Dieser Jäger hat vorsätzlich gehandelt, eine verbotene Falle aufgestellt. Leider sind sogenannte "tragische Unfälle" kein Einzelfall, wie man fast täglich in der Presse lesen kann. Hier nur die Spitze des Eisberges: www.abschaffung-der jagd.de/opfer/haustierealsjaegeropfer/index.html. Jäger sehen sich als Tier- und Naturschützer. Jährlich werden über 5 Millionen Wildtiere durch Jäger erschossen, erschlagen, in Fallen gefangen. Tierschutz? Bleivergiftungen durch Jäger! Weltweit wurden 1995 ca. 3,2 Milliarden Schrotpatronen verkauft (über 93 000 Tonnen Blei); in Deutschland werden zwischen 1500-9000 Tonnen Blei pro Jahr angegeben. Naturschutz? Unverantwortlich ist auch, dass Hobbyjäger an sogenannten Treibjagden gegen eine Gebühr teilnehmen können. In puncto Ausbildung und Wissen weisen gerade diese ein großes Defizit auf. Jugendliche können mit 15 Jahren bereits die Jägerprüfung machen, lernen töten. Gesetzlich ist es ihnen zwar untersagt, ohne Begleitung eines Erwachsenen auf Jagd zu gehen, aber leider sieht die Realität auch hier ganz anders aus. Monika Erdinger, Neunkirchen

Datum:  10 | 2 | 2009
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