Der ehemalige Lokschuppen als Tagungsort war der passende Rahmen für die Präsentation der neuen Ideen zum Bahnhof. Seit gut einem Dutzend Jahren wird in Kronberg über die Entwicklung des Geländes rund um S-Bahnhof und entlang der Schillergärten bis hinauf zum Weiher diskutiert. Der historische Lokschuppen dient inzwischen als Vorzeigeobjekt – das einzige, das dank privater Initiative im Bahnhofsareal verwirklicht wurde. Er ist zum Tagungs- und zum öffentlich nutzbaren Veranstaltungsraum etwa für Musikveranstaltungen geworden.
Der Rest stellt sich immer noch als innerstädtische Brache und Verkehrsfläche dar, die in erster Linie dem Parken und der Unterbringung technischer Anlagen dient. So formuliert es die Stadt selbst in einem Aufruf an die Bürger, die nun vorgelegte Rahmenplanung online zu kommentieren. Diese Anregungen sollen „Grundlage weiterer Dialogverfahren“ sein, so Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos).
Der Rahmenplan, so Temmen, sei ein „Instrument, über das zukünftige Quartier Bahnhof Kronberg mit der Bürgerschaft in Dialog zu treten und gemeinsam an der Zukunft der Stadt zu bauen“. Am 31. Januar hat der Erste Stadtrat Jürgen Odszuck (parteilos) den Rahmenplan erstmals im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt öffentlich vorgestellt. Zum Herunterladen steht der Plan in Teilen auf der städtischen Homepage bereit, doch der Aufruf zur Kommentierung ist bisher verhallt. Bis gestern Nachmittag waren noch keine Kommentare vorhanden.
Platz statt Parkplatz
Ein neuer Platz hinter dem Bahnhofsgebäude am Ende der Gleise und ein Hotelkomplex mit drei Gebäuden könnten einst den Blickfang für Bahnreisende auf der stadteinwärts gelegenen Seite bilden. Beim Hauptgebäude des Hotels ist inzwischen von vier Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss die Rede. Beim benachbarten Boardinghaus mit Apartments für längerfristige Nutzung ist diese Frage noch ungeklärt. Der Platz hinter den Gleisen würde den heutigen Parkplatz ersetzen, die Autos der Hotelgäste sollen in einer Tiefgarage mit 110 Stellplätzen unterkommen.
Bedenken gegen die Rahmenplan-Ideen hat bisher nur die Fraktion Kronberg für die Bürger (KfB) angemeldet. Sie sieht vor allem die Hotelplanung „kritisch“, da dort etwa 18 Meter hohe Gebäude zu erwarten seien. Fraglich sei, ob damit die angestrebte Zimmerzahl von etwa 120 untergebracht werden könne. Zudem sei der Hotelmarkt „weitgehend gesättigt“, alteingesessene Hotels in Kronberg müssten mit „starken Einbußen“ rechnen.
Jenseits der Bahnschienen sieht die Rahmenplanung vier dreigeschossige Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 42 Wohnungen vor. Bürobauten sollen das neue Quartier am Bahnhof komplettieren. Die ersten Hotelgäste werden nicht vor 2015 am Kronberger Bahnhof erwartet.

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