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Mehr Licht im Regenwald

Beschäftigte im Rathaus sparen Strom und die Stadt spendet das Geld für ein Projekt in Peru

Appelle zum Stromsparen stoßen häufig auf wenig Resonanz. Die Beschäftigten im Bad Homburger Rathaus allerdings haben sich davon zu einer „Wette“ inspirieren lassen und Erstaunliches geschafft. Ihr Ziel: In der Zeit vom 1. September bis zum 31. Dezember zehn Prozent weniger Strom zu verbrauchen als im Jahr zuvor. Wenn das gelingt, spendet der Arbeitgeber das dadurch eingesparte Geld für ein Projekt des Klimabündnisses – wenn nicht, spenden sie.

Bei so viel gutem Zweck und Willen konnte das Stromsparen gar nicht mehr scheitern: In allen Büros zusammen sind in den vier Monaten 12225 Kilowattstunden Strom weniger verbraucht worden als im gleichen Zeitraum 2010. Bei einem Preis von 22 Cent pro Kilowattstunde entspricht das knapp 2690 Euro.

Mit dieser Summe wird das Projekt „Solarlampen im Regenwald“ in der peruanischen Provinz Loreta unterstützt. Dort gibt es keinen Strom. Ab 18.30 Uhr müssen die Einwohner rußende Petroleumlampen und Kerzen oder batteriebetriebene Taschenlampen verwenden, um etwas sehen zu können. Nun bekommen die Bewohner tragbare LED-Solarlampen, die das Unternehmen Solux aus Taufkirchen speziell für Entwicklungsländer konstruiert hat. Mit einem Solarpaneel tagsüber aufgeladen, spenden die Lampen anschließend acht Stunden lang Licht. Zudem werden die Lampen direkt in Peru montiert und schaffen dort Arbeitsplätze.

An den Arbeitsplätzen im Bad Homburger Rathaus mussten die Beschäftigten ihr Verhalten nur ein wenig ändern: So sind die PCs mit per Fußkick zu betätigenden Schaltern ausgerüstet worden, um das Ausschalten des Computers am Feierabend und über das Wochenende zu erleichtern.

PC, Monitore und Drucker werden damit komplett ausgeschaltet und liefen nicht permanent im Stand-by-Modus weiter. Auch zwei Stunden täglich das Licht auszulassen, wenn es nicht unbedingt benötigt wird, trug zur Stromersparnis bei.

Um exakt zu ermitteln, wie viel und wann gespart wurde, stellte der Stromversorger sogenannte „Lastprofile“ zur Verfügung, ein am Stromzähler gemessener Verbrauch im 15-Minuten-Rhythmus.

Die Aktion soll dauerhaft das Bewusstsein fürs Stromsparen schärfen. (prop.)

Datum:  9 | 2 | 2012
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