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Mietwohnungen im Hochtaunuskreis: Wohnungen sind viel zu teuer

Der Mieterschutzbund schlägt Alarm: Normalverdiener könnten sich eine Wohnung im Hochtaunuskreis kaum noch leisten. Der soziale Wohnungsbau müsse wieder Priorität haben.

        

Statt der einst geplanten  Sozialwohnungen entstanden an der  Homburger Philipp-Reis-Straße Eigentums-Appartements.
Statt der einst geplanten Sozialwohnungen entstanden an der Homburger Philipp-Reis-Straße Eigentums-Appartements.
Foto: Michael Schick
Hochtaunus. –  

Wohnen im Park, Luxus pur“. Die Anzeige des Immobilienmaklers im Online-Magazin überschlägt sich vor Superlativen. Klar, dass soviel Königsteiner Luxus ihren Preis hat: 2.500 Euro ruft der Makler auf, Kaltmiete versteht sich. Dafür gibt es dann 143 Quadratmeter Wohnfläche auf drei Zimmer verteilt. „Das Wohnen im Hochtaunuskreis ist für Normalverdiener heute fast nicht mehr möglich“, schimpft Jürgen Ronimi, Vorsitzender des Mieterschutzbundes des Hochtaunuskreises, vor dem Hintergrund horrender Mieten in der Region.

Vor allem alleinerziehende Mütter, sogenannte „Geringverdiener“ und junge Menschen hätten auf dem Wohnungsmarkt im Hochtaunuskreis kaum eine Chance. „Wer über 1.000 Euro Miete für eine 80-Quadratmeter-Wohnung zahlen muss, der gibt fast die Hälfte seines Einkommens für die Miete aus“, rechnet Ronimi vor. Für ihn ist das ein Skandal, der in unserer Region leider zu wenig zur Sprache kommt. „Die Politik muss hier eingreifen und den sozialen Wohnungsbau wieder forcieren“, fordert deshalb der Chef des Mieterschutzbundes.

Große Hoffnung hat Ronimi aber nicht. „Dieses Kapitel des Wohnungsbaus ist offenbar im Hochtaunuskreis abgehakt“. Auch von Grünen und SPD erwartet Ronimi in dieser Hinsicht nicht mehr viel Engagement. Von dieser Wohnungspolitik wären vor allem junge Menschen betroffen. „Diese können es sich vor allem im Vordertaunus fast nicht mehr leisten, einen eigenen Hausstand zu gründen“, so Ronimi weiter. Die Folge sei, dass viele dieser „Jungen“ so lange wie möglich bei den Eltern wohnten. An Familiengründungen sei bei jungen Menschen unter diesen Voraussetzungen immer seltener zu denken.

Auch ein Ausweichen in das Usinger Land mache das Wohnen nicht wesentlich günstiger. „Hier liegen die meisten Mietpreise um die 10 Euro pro Quadratmeter“, sagt Ronimi. Dies sei zwar noch deutlich günstiger als die Mietpreise im Vordertaunus, wo diese die 13-Euro-Marke erreichten, aber immer noch teuer genug.

In der Tat reicht ein Blick in einschlägige Online-Portale, um festzustellen, dass in der Region saftige Mietpreise aufgerufen werden. So werden bei dem großen Online-Portal Immobilienscout24 aktuell nur sieben Wohnungen zu einem Kalt-Mietpreis von 900 Euro angeboten. Alle verfügen über nicht mehr als zwei bis drei Zimmer und sind um die 90 Quadratmeter groß.

Ewas günstiger stellt sich der Wohnungsmarkt zwischen Neu Anspach, Wehrheim und Usingen dar. Im Preissegment zwischen 700 und 800 Euro stehen im Usinger Land bei Immobilienscout24 lediglich neun Wohnungen mit drei bis vier Zimmern zur Vermietung. Eine Wohnraumgröße, die auch für junge Familien interessant ist.

„Unter diesen Umständen wird die Wohnungssuche im Hochtaunuskreis zum Lotteriespiel“, stellt Mieterschützer Ronimi enttäuscht fest. Um eine preiswerte und passende Wohnung in der Region zu finden, sei man mehr denn je auf persönliche Beziehungen angewiesen.

Ronimi fordert deshalb die Verantwortlichen in der Politik auf, den sozialen Mietwohnungsbau endlich wieder ganz oben auf die Agenda zu setzen.

Autor:  Dieter Hintermeier
Datum:  9 | 11 | 2011
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