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Mountainbiker im Taunus: Bergab in die Illegalität

Biker gegen Spaziergänger und Förster - so geht das seit Jahren im Taunus. Eine Mountain-Biker-Initiative macht nun einen Vorschlag zur Konfliktlösung. Von Detlef Sundermann

Manche Mountainbiker sorgen mit ihrer wilden Fahrweise für Ärger im Taunus.
Manche Mountainbiker sorgen mit ihrer wilden Fahrweise für Ärger im Taunus.
Foto: dpa

In einem offenen Brief fordert die Deutsche Initiative Mountain Bike (DIMB) Forstverwaltung und Hochtaunuskreis auf, eine legale Abfahrtstrecke für Down-Hill-Biker in der Feldbergregion zu schaffen. Über die Jahre habe sich ein erhebliches Konfliktpotenzial zwischen Sportlern und den Behörden aufgestaut. Einige Berg-Ab-Piloten tummeln sich deshalb nicht nur unerlaubt jenseits der Wege auf Waldhängen um den Feldberg. Zahlreiche illegale Trails (Pisten) sollen auch im Naturschutzgebiet um den Altkönig angelegt worden sein. In der Nähe von Falkenstein wurde laut Forstdirektor Ralf Heitmann eine Rampe für acht Meter Sprünge installiert. Um den Alt-König sah sich die Forstverwaltung genötigt, mit Baumkronen von gefälltem Holz die Trails zu blockieren. "Die Hinweisschildern waren schon nach kurzer Zeit fast alle verschwunden", so Heitmann. "Das Problem der verbotenen Trails wächst von Jahr zu Jahr. Wir benötigen dringend einen Runden Tisch, an dem alle Beteiligten sitzen", fordert er.

Biker suchen das Gespräch

Thomas Kleinjohann, Vorsitzender des DIMB, spricht von Funkstille auf allen Kanälen und das nicht erst seit jetzt. "Die zuständigen Stellen brachten es in fünf Jahren nicht fertig, ein Angebot zu machen", sagt er. Die Gründe kann sich Kleinjohann nicht erklärten. Der DIMB und der Verein Wheels over Frankfurt (WOFFM) zeigten sich gesprächsbereit. Die Haltung der Behörden "drängt die Biker in die Illegalität", sagt der DIMB-Chef. Der Verein hat nach eigenen Angaben knapp 10000 Mitglieder. Gleichwohl kritisiert Kleinjohann die schwarzen Schafe der Sportart, besonders die, die offenbar gefrustet im Naturschutzgebiet ihre Trails aufbauen.

Dabei schien im vergangenen August die Welt zwischen Down-Hill-Radlern und Behörden wieder in Ordnung zu kommen. Tilman Kluge, Leiter des Fachbereichs Umwelt beim Kreis, sprach von Bike-Parks im Hochtaunus auf den zwei bislang geduldeten Trails. Davon ist heute nicht mehr die Rede. "Es waren damals nur Überlegungen. Es ist jedoch nicht Aufgabe des Hochtaunuskreises sein, solche Trails zu bauen", sagt Kreissprecherin Pamela Ruppert. Auch initiativ wolle der Kreis nicht wirken, ungeachtet der Probleme. Ruppert sieht Hessenforst in der Pflicht zu reagieren. Der Kreis werde beratend an Gesprächen teilnehmen.

Trails ohne Kommerz

Bei der Deutschen Initiative Mountain Bike kann man die Schwierigkeiten nicht verstehen. "Es gibt einen nicht-zugelassenen Trail zwischen zwei Parkplätzen unterhalb des Sandplackens, den könnte Wheels over Frankfurt umbauen und betreiben", sagt Thomas Kleinjohann. Ein Investor, der offenbar mal im Gespräch war, sei der falsche Ansatz. "Wir wollen am Feldberg keine Kommerzialisierung des Sports wie in Willingen, wo es sogar einen Lift gibt, um die schweren Spezial-Bikes bergauf zu befördern", so Kleinjohann. Beim DIMB gibt man sich auch in den Trail-Ansprüchen bescheiden, um in der Legalität auf holprigem Pfad bergab zu sausen.

Autor:  Detlef Sundermann
Datum:  23 | 7 | 2009
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