Neu-Anspachs Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) pöbelt gegen eine gebürtige Kroatin (28), die seit 27 Jahren in Deutschland lebt. Die Frau hatte einen Eintrag geschrieben: „Wir geben Milliarden für andere Länder aus, ohne zuerst dem eigenen Volk zu helfen“. Weiter, so verkündete die alleinerziehende Mutter, gehe es Arbeitslosen schlecht und diese würden von Ärzten nicht ausreichend behandelt. Nach Angaben der Bild-Zeitung arbeitet die Frau als 400-Euro-Kraft und bezieht zusätzlich 133,25 Euro Arbeitslosengeld.
Weil der Beitrag mehrfach geteilt wurde, wurde auch Hoffmann darauf aufmerksam. Er reagierte ungehalten. „Der hier meckert, hat bestimmt nichts für Deutschland getan. Aber abgezockt.“ Aber der CDU-Politiker war längst nicht fertig: „Ich habe einfach die Schnauze voll von der 'Wir-armen-Ausländer-Tour'“.
Grüne und SPD sind entsetzt über den Aussetzer. Die Grünen sprachen von einer „unglaublichen Entgleisung“. Die Jungsozialisten in der SPD, die Jusos, halten Hoffmann nicht geeignet, weiter als Bürgermeister zu arbeiten. „Es kann nicht sein, dass man als Bürgermeister eine Bürgerin beleidigt, nur weil diese etwas sagt, was einem selbst nicht passt“, sagte Juso-Sprecher David Wade.
Klaus Hoffmann versteht die Aufregung derweil nicht: „Ich habe nichts falsch gemacht. Wieso sollte ein Bürgermeister nicht seine Meinung sagen dürfen?“, fragt er gut gelaunt am Telefon. „Außerdem war das meine private Seite, nicht die des Bürgermeisters.“ Ein klein wenig berühmt hat ihn die Geschichte gemacht, sogar RTL war da. Was sagt er zu der Kritik? „Ach, ich schau mir lieber das positive Feedback an. Zwei Drittel sind positiv. Da heißt es, dass endlich mal einer sagt, was das Volk denkt.“ (msk.)
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