kalaydo.de Anzeigen

OB-Kandidat Korwisi: Der Wahltag als Glückstag

Bürgernah und unabhängig - so will sich Michael Korwisi im OB-Wahlkampf präsentieren. Und etwas zu feiern gibt's für den Homburger Bub am Wahltag, dem 26. April, in jedem Fall. Von Martina Propson Hauck

Michael Korwisi will Oberbürgermeister von Bad Homburg werden.
Michael Korwisi will Oberbürgermeister von Bad Homburg werden.
Foto: FR/Schick

Er war nicht ab- oder untergetaucht, wie böse Zungen unterstellten. Nein, den zweimonatigen Kuba-Urlaub hatte er schon lange gebucht. Damals sei als Termin für die Oberbürgermeisterwahl noch der 7. Juni im Gespräch gewesen. Sein langes Schweigen und plötzliches Auftauchen als OB-Kandidat ist also keine geschickt geplante Inszenierung. Seit Mittwoch ist er wieder da und nun will er "nicht viel Zeit verlieren" und startet durch.

Mindestens 98 Unterstützerunterschriften braucht er jetzt. Denn er will sich nicht als Kandidat seiner Partei, der Grünen, bewerben, sondern als Unabhängiger. "Das ist wohl die geringste Hürde. Wenn ich die nicht in zwei Tagen beisammen habe, brauche ich erst gar nicht anzutreten", sagt der 56-Jährige lachend. Der Wahltag sei sein "ganz persönlicher Glückstag", denn am 26. April vor 57 Jahren ist er in Bad Homburg geboren worden und hat Kirdorf seither nur zum Studium oder für ausgedehnte Reisen verlassen.

Zur Person

Im hessischen Umweltministerium war der heute 56-Jährige zehn Jahre lang zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Dort war Joschka Fischer drei Jahre lang sein Chef. Im Umweltministerium blieb Korwisi auch noch nach dem Regierungswechsel, dann unter dem CDU-Minister Wilhelm Dietzel. Ursprünglich hatte Korwisi in Frankfurt Englisch und Russisch für das Gymnasiallehramt studiert.

1978 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Grünen, 1985 bis 1991 arbeitete er als Geschäftsführer der Landespartei.

Stadtverordneter der Bad Homburger Grünen war er von 1981 bis zu seiner Wahl als Stadtrat im September 2001. Im Oktober 2006 wurde er nach dem Wechsel der politischen Mehrheiten im Stadtparlament vorzeitig abgewählt.

Für viele wählbar sein

Doch allein aufs glückbringende Datum möchte sich der ehemalige Bad Homburger Stadtrat nicht verlassen. Deshalb tritt er an mit einem "Programm Korwisi", das ihn für mehr als Grüne Wählerschichten wählbar machen soll. "Ich habe bereits als hauptamtlicher Stadtrat gezeigt, dass ich kein Parteiideologe bin", sagte er gestern im Gespräch mit Journalisten. Als "wählbare Alternative" bezeichnet er sich mit Blick auf Amtsinhaberin Ursula Jungherr (CDU) und entwickelt sein Profil aus den bei ihr ausgemachten Defiziten. Ein Oberbürgermeister müsse kommunikativ, seine Arbeit transparent und bürgernah sein.

Ganz ähnlich hatte Alfred Etzroth argumentiert, der CDU-intern knapp unterlegene Gegenkandidat zu Jungherr. Bürger müssten besser in politische Entscheidungen eingebunden werden, sagt auch Korwisi. Er will da Boden gut machen, wo ihn die Amtsinhaberin verbrannt hat.

Beispiel Pestalozzischule: Korwisi will den Schulneubau gern auf den Festplatz aufs Gelände der Alten Feuerwache holen und nicht an den Platzenberg.

Dort macht eine Bürgerinitiative seit Monaten gegen die Entscheidung der Stadtverordneten mobil. Die kleine Lösung für das Louisencenter sieht er bereits vor Gericht scheitern. Er wolle Stadtpolitik nicht vor Verwaltungsgerichten austragen lassen, sagt Korwisi. Den kurzen Tunnel an der PPR-Kreuzung hält er für falsch, will in Ober-Eschbach keine kleine, sondern eine Fünffeld-Sporthalle neu bauen und auf dem brachliegenden Vickersgelände nicht Gewerbe ansiedeln, sondern Wohnungen bauen.

"Ich hatte genug Zeit und keine Ablenkung, um darüber nachzudenken, was wichtig für die Stadt ist", sagt Korwisi. Unterstützer im Wahlkampf sucht er jetzt bei prominenten Bad Homburgern.

Autor:  MARTINA PROPSON-HAUCK
Datum:  31 | 1 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite

Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Spezial

Die heiße Phase: Termine, Reportagen, Bilder - vom Kinderfasching bis zur Prunksitzung.

Fastnacht in Rhein-Main
Migrantenverbände kritisieren offen die Personalpolitik des Hessischen Rundfunks
Umstrittene Büttenrede 
Der Umzug ist vorbei. Doch kein Grund zu trauern. Denn nächstes Jahr heißt es wieder Klaa Paris!
Fastnachtsumzug in Heddernheim 
Die Narren sind los!
Fastnachtszug in Jügesheim 
Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!
Frage des Tages:

Sind die Wassertemperaturen im Seedammbad in Bad Homburg zu hoch?

Spezial

Knapp 700.000 Besucher jährlich. Und eine TV-Sendung gibt es auch über den Tierpark. Da lauert Erzählstoff!

Hörprobe
Friedrich Stoltze

Der Oberurseler Raimund Schui rezitiert Gedichte von Friedrich Stoltze, unterlegt mit Musik. Wie das klingt? Ein Klick führt zur Hörprobe.

Polizeimeldungen

Was ist passiert? Polizeimeldungen aus Frankfurt, Darmstadt, Offenbach und Hanau sowie Wiesbaden.

Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

Spezial
Alexander Kraft

Raus - und aufs Bike! Alexander Kraft präsentiert die FR-Mountainbike-Routen abseits der berüchtigten "Biker-Autobahnen".

 

 

Spezial

Hat Volker Bouffier als Innenminister einen Parteifreund begünstigt? Ein Untersuchungsausschuss sucht Antworten.

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

Staumelder

Staumelder 17 Staus mit einer Gesamtlänge von 47km
Zu den Staumeldungen
Meistgeklickt
Turkish Airlines ist als Sponsor im Gespräch.
Eintracht Frankfurt 
Bushido ganz zahm und ordentlich im Anzug: Der
Bushido-Hochzeit 
Die Politik entscheidet am Freitag über die Organspende-Reform. Doch wissen wir wirklich, wann ein Mensch definitiv tot ist?
Organspende-Reform im Bundestag 
Im März 2010 war Bastian Oczipka von Bayer zum FC St. Pauli ausgeliehen.
Linksverteidiger 
Ödnis oder goldener Boden? In dem Gewerbegebiet Quellenpark in Bad Vilbel soll womöglich ein riesiges chinesisches Handelszentrum entstehen.
China investiert in Hessen