Feierstimmung sieht anders aus, aber zumindest Zuversicht prägte die Stimmung beim einstimmigen Beschluss zum Oberurseler Bahnhof. "Unser großes Projekt ist endlich auf den richtigen Weg gebracht", sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Weiße am Donnerstagabend im Stadtparlament.
Bis auf den 460 Meter langen Tunnel unter dem Bahnhofsvorplatz, der nicht genehmigungsfähig und nicht finanzierbar ist, verfolgt der geänderte neue Plan die gleichen Ziele wie der schon seit 1997 rechtskräftige Bebauungsplan Nr. 164 B.
Die beabsichtigte Teilung des Konzepts in zwei Bereiche ist vom Tisch, nun soll es doch wieder ein Plan richten, der wie zuvor die Verkehrsentlastung auf der Nassauer Straße in den Mittelpunkt stellt.
Die Spaltung in zwei Teile sollte das Tempo zumindest im direkten Umfeld des Bahnhofs verschärfen. Mit dem Rückzug sind Magistrat und Parlament der Bürgerinitiative "Interessengemeinschaft lebenswertes und sicheres Umfeld rund um den Oberurseler Bahnhof" entgegen gekommen, die bereits Klage am Verwaltungsgericht Frankfurt eingereicht hat. Sie zielt vor allem auf die im alten Plan angepeilte Verkehrsentlastung auf der Nassauer Straße, die die Kläger gefährdet sahen.
Der immer gewollte Anschluss der Nassauer Straße an die Weingärtenumgehung wird der zu lösende "gordische Knoten" bleiben, wie Grünen-Sprecher Christoph Fink mutmaßte. Ganz oben auf der Zehn-Punkte-Liste der städtebaulichen Ziele steht "Neuordnung der Verkehrssituation unter Berücksichtigung einer transparenten Wegeführung für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Anbindung der Nassauer Straße an die Gablonzer Straße". Wie das aussehen wird, ist indes noch völlig unklar. Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) sagte, dass mehrere Varianten geprüft werden, unter anderem auch ein Verschwenken der Straßenführung auf Höhe der Feldbergstraße Richtung S-Bahn zur Weiterführung bis zu den Drei Hasen. Dort war auch bei der früheren Tunnel-Variante die Verlängerung zu den Drei Hasen vorgesehen.
Drei zentrale Punkte der ersten Bauphase werden die Verwirklichung der so genannten Personenunterführung Ost (PU Ost) zum Mittelbahnsteig der S-Bahnund nach Bommersheim, die Neugestaltung der U-Bahn-Station und die Sanierung des Bahnhofsgebäudes sein. Zeitliches Ziel dafür ist der Hessentag 2011. Juristen wie CDU-Fraktionschef Weiße und der FDP-Fraktionsvorsitzende Stefan Ruppert sehen die Stadt aus rechtlicher Sicht nun gut gewappnet gegen Klagen. Die Bürgerinitiative wurde wegen ihres Vorgehens zum Teil hart kritisiert, da sie ihre Einzelinteressen über das Interesse der Allgemeinheit gestellt habe.
Mit der Änderung des Bebauungsplanes soll auch die planungsrechtliche Grundlage für das ausgewählte städtebauliche Konzept geschaffen werden. Der "Masterplan" des Oberurseler Büros Monogruen liefert dazu die Grundlage. Es geht um die Aufwertung des Bahnhofsvorplatzes durch Vernetzung mit der Innenstadt und den südlichen Wohngebieten. Das Konzept sieht außerdem neue P+R-Anlagen vor, einen neuen Busbahnhof am Platz des 17. Juni, Sichtbeziehungen über die Adenauerallee zur Bären-Kreuzung am Eingang der Fußgängerzone und die Bebauung der von der Bahn erworbenen Flächen im Bahnhofsumfeld.
Im "Masterplan" von Monogruen werden rechts und links des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes zwei- bis dreigeschossige Ladengebäude vorgeschlagen, auf dem offiziellen P+R-Platz ein viergeschossiges Gesundheitszentrum und auf dem aktuell "wilden Parkplatz" entlang der S-Bahn ein mehrgeschossiges Parkdeck mit 210 Stellplätzen.

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