Nach einjähriger Diskussion steht der Plan, wie Radfahrer künftig besser durch Oberursel kommen. Der Bauausschuss legte gestern Abend letzte Hand ans Werk. Fazit: Stückweise wird es bis 2020 Verbesserungen geben. Grundsätzlich sollen die Radler die Fahrbahn mit den Autos teilen - nicht mit den Fußgängern. Und für die Feldwege gibt es jetzt eine Einigung mit den Landwirten.
Das Schild "Radfahrer frei" fehlt auf Wunsch der Bauern in Zukunft an den befestigten Feldwegen. Denn es stellt die Radler rechtlich auf eine Höhe mit den Landwirten.
Künftig gilt das hier gezeigte Verkehrszeichen: Autos und Motorräder haben Fahrverbot, die Traktoren Vorrang.
Die Landwirte müssen aber nach dem Pflügen die Wege säubern, so Planungsamts-Leiter Arnold Richter. In der Stadt werden künftig kaum noch separate Radwege gebaut, sagte gestern Bürgermeister Hans-Georg Brum. "Heute separiert man nicht mehr, weil den Radlern so eine Sicherheit vorgegaukelt wird, die es gar nicht gibt."
Besser sei es, den Zweirädern Raum auf den Straßen zu geben. Wie an der gerade im Ausbau steckenden Hohemarkstraße, die links und rechts einen mit weißer Farbe markierte Radstreifen bekommen soll. Wo für alle Tempo 30 gilt, wird es laut Konzept keine Markierungen für Radler geben. So ein Tempolimit will die Stadt unter anderem für die Altkönigstraße zwischen Borkenberg und Schillerstraße prüfen.
Schutzstreifen für Radler sollen unter anderem auf der Dornbachstraße zwischen "Im Heidegraben" und der Lahnstraße angelegt werden. Den Geroldspfad parallel zur Altkönigstraße will die Stadt im kommenden Jahrzehnt für Fußgänger und Radfahrer ausbauen. Auch die Öffnung mancher Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer halten das Planungsbüro und die Vertreter der Parteien, der Verwaltung, der Polizei, der Schulen und des ADFC für sinnvoll.
Beispielsweise auf der Saalburgstraße zwischen Haupt- und der Schmiedstraße. Busspuren dürfen künftig mit Rädern befahren werden. Ebenso die Fußgängerzone zwischen Holzweg und Henchenstraße, wenn das Stadtparlament im Dezember das Konzept absegnet. Es sieht auch Querungen über die Frankfurter Landstraße und Kurmainzer Straße vor, ebenso die Beleuchtung des Weges zwischen Gattenhöfer Weg und Stierstadter Straße.
Das neue Konzept ist seit 2005 überfällig. Das alte Konzept von 1985 sei bis jetzt nur an wenigen Stellen umgesetzt, räumt der Bürgermeister ein. In naher Zukunft werde es nur stellenweise Verbesserungen geben: "Ein geschlossenes und durchgängig gut befahrbares Netz für den Radverkehr existiert in Oberursel noch nicht."

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