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24. Januar 2013

Oberursel: Villen statt Aschenbahn

 Von Jürgen Streicher
Still ruht der Sportplatz im Schnee. Möglichst bald sollen die Bagger anrollen und den Bau eines Villengebiets vorbereiten.  Foto: Michael Schick

Zur Finanzierung des Hallenbads soll nun doch der Altkönigsportplatz in Oberursel weichen. Der Verkauf des städtischen Grundstücks in bester Lage wird viel Geld in die Stadtkasse spülen.

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Zur Finanzierung des Hallenbads soll nun doch der Altkönigsportplatz in Oberursel weichen. Der Verkauf des städtischen Grundstücks in bester Lage wird viel Geld in die Stadtkasse spülen.

Die Tage des alten Sportplatzes zwischen Altkönigstraße und dem innerstädtischen Grünzug Portwiesen sind gezählt. Eine große Mehrheit im Stadtparlament will – das zeichnete sich gestern Abend im Bau- und Umweltausschuss ab – einer Magistratsvorlage folgen, deren Ziel die Bebauung des Sportgeländes ist. Der Verkauf des städtischen Grundstücks in bester Lage scheint dem Magistrat der sicherste Weg, den Neubau des Hallenbads zu finanzieren, der bereits begonnen wurde. Erwartet werden Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe.

Das Konzept

Vier Stadtvillen mit jeweils drei Wohnungen sieht der Entwurf zur Bebauung des Altkönigsportplatzes entlang der Altkönigstraße und an der Einmündung Steinmühlenweg vor. Dahinter könnten etwa 24 Einfamilienhäuser auf 500 bis 700 Quadratmeter großen Grundstücken platziert werden.

Der alte Schwimmbad-Parkplatz ist bereits verkauft. Im Bieterverfahren wurden für die 14 Baugrundstücke auf einer Fläche von 7500 Quadratmetern rund 7,5 Millionen Euro erlöst. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein.

Beim Vergleich mehrerer großer potenzieller Bauflächen, darunter auch die Bornwiesen in Oberstedten, die untere Fläche des Schwimmbadgeländes und eine Teilfläche in Bommersheim Süd, kristallisierte sich laut Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) schnell heraus, dass sich der Altkönigsportplatz am besten für eine schnelle Vermarktung eignet. Geprüft wurde in allen Fällen nach elf Kriterien mit fünf Abstufungen, der Sportplatz überzeugte mit der optimalen Bewertung bei acht Kriterien und der „Note 2“ in drei Fällen. In der Bewertung des Magistrats etwa beim Punkt „Widerstände/Durchsetzbarkeit“ hinsichtlich möglicher Proteste von Nachbarn oder Sportlern heißt es: „Einsprüche werden eine Bebauung nicht verhindern können.“

Wesentliche Gründe für die Top-Einstufung sind die Lage in einem „sehr attraktiven und hochwertigen Wohngebiet“ (Brum), die perfekten Vermarktungsmöglichkeiten dank der großen Nachfrage nach Grundstücken für Einfamilienhäuser, das kurzfristig mögliche Baurecht, geringe ökologische Auswirkungen und vor allem die hohen erwarteten Einnahmen bei Grundstücksverkäufen. Bis zu 1000 Euro und mehr pro Quadratmeter in den bestbewerteten Lagen rund ums Schwimmbad sind längst keine Seltenheit mehr.

Beim Altkönigsportplatz könnte ein bereits begonnenes Bebauungsplanverfahren wieder aufgenommen werden. Es wurde im Zusammenhang mit der Bebauung des Schwimmbad-Parkplatzes eingeleitet. Diese wurde einstimmig beschlossen. Der Sportplatz hingegen wurde später zum Politikum, weil Grüne, SPD und Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) ihn erhalten wollten, als CDU und FDP die Devise „Kein Bad ohne Sportplatzverkauf“ ausgaben. Kurz danach verloren beide Parteien deftig bei den Kommunalwahlen.

Gegenüber den ersten Entwürfen sollen die Baugrundstücke auf dem Sportplatz etwas kleiner ausfallen. Die Nachfrage am Schwimmbad-Parkplatz habe gezeigt, dass Größen zwischen 450 und 650 Quadratmeter bevorzugt würden, so Stadtplaner Arnold Richter.

Mit der TSG Oberursel (TSGO), mit der noch ein Nutzungsvertrag für den Sportplatz bestehe, sei die Stadt auf dem Weg zu einer „einvernehmlichen Lösung“. Ein Bürgerbegehren erwartet Bürgermeister Brum nicht.

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