Dem Zweirad wird heute zum Tag des Fahrrads nicht in der gesamten Stadt gehuldigt, nur auf dem begrenzten Terrain des Epinay-Platzes. Dort ist das Radfahren sonst nicht erlaubt, nicht einmal die Querung zum Holzweg, wie der Bus sie nimmt oder Richtung Rathausplatz. Deswegen wird heute auch zum x-ten Mal über ein Radverkehrskonzept für Oberursel diskutiert, das solche strittigen Punkte regeln soll. Auf der offiziellen Tagesordnung steht es trotz Ankündigung nicht, weil es immer noch nicht vorliegt.
Aber bald, verspricht Verkehrsdezernent Dieter Rosentreter (FDP). Der Entwurf eines externen Büros liegt dem Magistrat längst vor, den Fraktionen im Stadtparlament wurde er im Januar vorgestellt. Weil aber "1000 interne Fragen", so Rosentreter, zu "heiklen Themen" zu klären seien, ist das Verfahren mal wieder gestoppt. Die Überarbeitung des alten Verkehrsplanes von 1995 braucht Zeit. Seit 2005 mahnen die Grünen sie an, seitdem kündigt Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) die Anpassung an den heutigen Stand der Stadtplanung an.
Gefangen im "Spinnennetz
Eine Art "Spinnennetz" beschreibt die Planung von 1995, nach der von der Innenstadt aus sogenannte Radialverbindungen sternförmig in alle Himmelsrichtungen führen und an das regionale Radwegenetz angeknüpft werden sollten. Die ADFC-Bilanz zehn Jahre später fiel dürftig aus: Kaum etwas sei umgesetzt worden, die kritischen Stellen seien weiter kritisch, an den Verbindungen habe sich nichts geändert, durchgängige Radwege, etwa von Norden nach Süden, fehlten noch immer.
Auch ohne verabschiedetes Konzept - der Magistrat wird im Mai beraten, damit der Plan noch vor der Sommerpause in die Fachausschüsse kommt - tut sich zumindest im Norden etwas. Die Hohemarkstraße bekommt in diesem Jahr im oberen Teil ab Lahnstraße Radwege an beiden Seiten. Die groben Linien in der Innenstadt sollen nun geklärt werden.
"Gemischte Gefühle" hat der Entwurf dem Vernehmen nach bei den Fraktionen hervorgerufen. "Wir fanden es gut", sagt etwa Grünen-Sprecher Christoph Fink. Problemzonen und die heiklen Themen in der Beratung sind die Innenstadt-Querungen, unter anderem auch die Vorstadt, die Freigabe von Einbahnstraßen in beide Richtungen für Radfahrer und die Regelung in der Feldgemarkung. Denn da muss viel freigegeben werden für ein sinnvolles Netz, was manchen Landwirten überhaupt nicht schmeckt.

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