Die Accadis Bildung GmbH will ihre Grundschule nun offenbar doch nicht mehr auf dem Festplatz bauen, sondern steht in Verhandlungen über ein privates Grundstück im Stadtteil Ober-Eschbach, dem Standort der privaten Hochschule der Gesellschaft. Das teilte Gerda Meinl-Kexel, Geschäftsführerin von Accadis gestern auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit.
Dort will sie - voraussichtlich nun ohne jegliche Unterstützung der Stadt - ihr Vorhaben verwirklichen, eine zweizügige bilinguale Grundschule plus ein neunjähriges, ebenfalls zweisprachiges Gymnasium zu realisieren. Bislang bietet Accadis in einem Altbau an der Dietigheimer Straße rund 70 Grundschülern bis zum dritten Schuljahr ein Domizil. Einige Schüler sind in einem Container untergebracht. 30 weitere Kinder besuchen den bilingualen Kindergarten.
Der im vergangenen Sommer vom Stadtparlament beschlossene Erbbauvertrag mit der Stadt über ein 4000 Quadratmeter großes Stück vom Festplatz, für das vier Jahre lang keine Pacht gezahlt werden sollte und anschließend 5000 Euro jährlich, hätte nach vielen Änderungen schon vor Ostern unterzeichnet werden sollen. Das ist bislang aber immer noch nicht geschehen.
Ein reiner Grundschulbau reicht der Privatschule schon lang nicht mehr. "Die Eltern wollen wissen, wie es weiter geht", sagt Meinl-Kexel. Die Privatschul-Konkurrenz schläft nicht. In Steinbach etwa, nur 10 Kilometer entfernt, will das Unternehmen Phorms 2010 einen Schulneubau am Waldrand fertig stellen mit Grundschule und Gymnasium, selbstverständlich zweisprachig. Da wächst die Sorge, dass Eltern, die im Monat rund 700 Euro für die Schulbildung ihrer Kinder ausgeben, abwandern.
Bildung lieb und teuer
"Nur eine Grundschule zu bauen, kommt für uns nicht mehr in Frage", sagt Meinl-Kexel jetzt ganz deutlich. Aber nichts anderes als einen Grundschulbau sahen bislang alle offiziellen Planungen und Beschlüsse vor. Das Bauprojekt sei immer weiter ausgeufert, heißt es von Seiten der Verwaltung. Auf dem kleinen Festplatzgrundstück aber sind Grundschule und Gymnasium nicht zu verwirklichen. In allen Planungen hätten bislang Pausenhöfe oder eine Sporthalle gefehlt. Mehr Fläche vom Festplatz abzutreten will und kann sich aber politisch niemand mehr leisten, nachdem der benachbarten Pestalozzischule für Kinder mit Lernstörungen eine Erweiterung dort nicht ermöglicht worden ist.
Auf der Homepage wirbt das Unternehmen damit, dass bereits nach den Sommerferien ein Internationales Gymnasium das Angebot erweitern soll. "Vor 2010 wird das nun sicher nichts", sagte Meinl-Kexel gestern der FR. Die Eltern seien entsprechend informiert worden. Sie will jetzt "ganz privat" auf Standortsuche gehen. "Bad Homburg gerät ins Hintertreffen, wenn es sich gegen einen Standort für eine Internationale Schule sperrt", sagt die Geschäftsführerin deutlich.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Facebook | Twitter überregional | Google+