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Radfahren: Der Radweg als Auslaufmodell

Bad Homburg entwickelt nach zehn Jahren ein neues Konzept für die Kurstadt

Fahrradfahren in der Kurstadt ist gelegentlich eine Herausforderung, vor allem auch für die vielen Schulkinder, die sich im Pulk abenteuerliche Wege bahnen müssen. Zu viele Schikanen verhindern den direktesten und kürzesten Weg. In naher Zukunft soll sich das ändern.

Die Fortbewegung mit dem umweltfreundlichsten aller Verkehrsmittel soll sicherer, schneller und damit attraktiver für mehr Menschen werden.

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Das jedenfalls ist die erklärte Absicht, die hinter einem neuen Radwegekonzept steht, das die Verwaltung jetzt mit tatkräftiger Unterstützung und Hilfe von vielen Bürgern entwickelt hat. Wer täglich auf zwei Rädern in der Stadt unterwegs ist, weiß meist am besten, wo es hapert. Nach dieser Devise hatte die Verwaltung Mängelcoupons für Radfahrer ausgelegt und zudem zu einer gemeinsamen mehrstündigen Radtour auf den Spuren der wichtigsten Radfahrerhindernisse eingeladen. Auch der ADFC war bei der Entwicklung des Konzepts beteiligt.

Wie Holger Heinze, Leiter der Stadtplanung, jetzt vor Journalisten erläuterte, ist das letzte Konzept für den Radverkehr bereits zehn Jahre alt. „Der Trend geht überall weg vom üblichen Radweg auf dem Bürgersteig hin zu einer gemeinsamen Nutzung der Straße von Auto und Radfahrer“, erklärte er.

Zudem sollen jetzt auch weitere Einbahnstraßen für den Radverkehr zur Nutzung in entgegengesetzter Richtung freigegeben werden (siehe Infobox). Vor allem für den Schulweg von und zum Kaiserin-Friedrich-Gymnasium (KFG) bedeutet das erhebliche Erleichterungen für radelnde Schüler. Zwei Achsen durch die Stadt sollen durchgängig befahrbar werden: Von Ober-Erlenbach über Gonzenheim, KFG und Kurpark nach Kirdorf sowie von Ober-Eschbach über Gonzenheim, Rathausplatz, Bahnhof zum Schloss. In der Promenade soll es auch bauliche Veränderungen der Straßenführung für Radler geben.

Auch sollen langfristig mehr Fahrradabstellplätze das Radeln attraktiver machen: gegenwärtig sind rund 2000 Abstellplätze über das Stadtgebiet verteilt. Aufgestockt werden soll die Zahl der Plätze vor allem an allen Zugängen zur Innenstadt. Denn in der Fußgängerzone bleibt Radfahren tabu. Pendlerplätze an der U-Bahnstation Gonzenheim sollen überdacht und am Bahnhof ein Fahrradparkhaus mit 160 Stellplätzen gebaut werden. Insgesamt sollen 900 sogenannte Anlehnbügel zusätzlich aufgestellt werden. Daran können Räder am Rahmen und nicht nur am Reifen wesentlich sicherer angeschlossen werden. Das Konzept wird jetzt in allen Ortsbeiräten und Ausschüssen sowie in der Stadtverordnetenversammlung beraten.

Nach Auskunft von Heinze sollen die Mängelcoupons auch weiterhin ausliegen, mit deren Hilfe sich Radler aktiv mit Änderungsvorschlägen beteiligen können. Die Radwegweiser sollen genauso überarbeitet und erneuert werden wie der Fahrradstadtplan.

Autor:  Martina Propson-Hauck
Datum:  8 | 12 | 2011
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