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Platzenberg: Hilfe für die Streuobstwiesen

Die alte Kulturlandschaft am Bad Homburger Platzenberg ist bedroht. Naturschützer wollen dort jetzt neue Bäume pflanzen.

Knackige Äpfel gedeihen auf der Streuobstwiese.
Knackige Äpfel gedeihen auf der Streuobstwiese.
Foto: FR/Kraus

Eintausend neue Obstbäume für den Platzenberg – wenn dieses Ziel erreicht würde, wären die Naturschützer froh. Denn das Naherholungsgebiet mit seinen Streuobstbeständen am Südwestrand der Stadt verbuscht zusehends. Damit, fürchten die Naturschützer, geht der Charakter einer über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft verloren.

Jüngst haben deshalb Naturschutzgruppen und der Fachbereich Umwelt und Landschaftsplanung der Stadt beim Apfeltag für den Erhalt der Streuobstwiesen geworben. Markus Roth und Uwe Hölscher gehören zu den vielen Naturfreunden, die sich für die alten Streuobstbestände einsetzen.

„Der größte Teil am Platzenberg wird nicht mehr gepflegt. Es gibt mehr Brombeerhecken als alte Apfelsorten“, sagt Roth, der im Nebenberuf Obst in Brände veredelt. Champagner-Reinette, Schafsnase, Kaiser-Wilhelm, alles klassische Kelteräpfel, drohen allmählich auszusterben. Hölscher reagiert darauf, er will im Herbst 20 neue Bäume pflanzen. Er wäre froh, wenn mehr Grundstück-Eigentümer seinem Beispiel folgen.

„Seit 20 Jahren ist kein neuer Baum gesetzt worden“, klagt Günther Stiller vom Bad Homburger BUND. Viele Eigentümer kümmerten sich nicht mehr um die Bäume, sie werden nicht mehrausgeschnitten, das Gras nicht mehr gemäht. Dabei zahlt die Stadt für jeden neu gepflanzten baum an Privatleute bis zu 25 Euro, Vereine erhalten bis zu 5000 Euro für ihren Aufwand, so Holger Fröhlich, Bereichsleiter Umwelt- und Landschaftsplanung.

Manch einer hofft offensichtlich darauf, dass aus dem hügeligen Grasland irgendwann Bauland wird. Karin Spies vom Verein Landschaftsschutz Platzenberg sieht darin den Grund, warum so wenige ihre Grundstücke verkaufen wollen. „Wir fordern einen Bebauungsplan für das Gebiet, mit dem eine künftige Bebauung ausgeschlossen wird“, sagt Spies.

Wie es gehen kann, zeigt nicht nur die Interessengemeinschaft Kirdorfer Feld oder die Hegegemeinschaft Ober-Erlenbach, sondern auch Privatleute wie Jochen Niemann aus Ober-Eschbach. Der Pensionär hat im benachbarten Ober-Erlenbach die Patenschaft über sechs Obstbäume übernommen.

Inzwischen hat er einen Schnittkurs gemacht, er mäht die Wiese und kontrolliert jeden Tag, ob die Äpfel noch hängen. Denn die Obstdiebe werden immer dreister. „Da sitzen ganze Familien in den Bäumen und pflücken“, sagt Niemann.

Wer eine Patenschaft für Streuobstwiesen übernehmen möchte, kann sich an die Stadt Bad Homburg wenden: Telefon 06172/ 100 6142.

Autor:  Anton J. Seib
Datum:  21 | 9 | 2010
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