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Saalburg: 165.000 Limes-Touristen sind nicht genug

Eine Studie will mehr Besucher zur Saalburg locken. Helfen sollen mehr Themen-Touren und eine bessere Vernetzung mit den anderen hessischen Weltkulturstätten. Von Klaus Nissen

Hier wird auch der Ofen angeheizt und leckeres Römerbrot gebacken.
Hier wird auch der Ofen angeheizt und leckeres Römerbrot gebacken.
Foto: dpa

Reiseveranstalter - hingehört! Es gibt eine Marktlücke im Herzen Hessens: den Themen-Tourismus zu den vier Unesco-Welterbestätten. Er ist unterentwickelt und birgt Umsatzchancen, meinte gestern in Bad Homburg Christan Schmidt, Leiter des Tourismusmarketings bei der Hessen-Agentur. "Wir wollen, dass bei den Menschen in der Region etwas hängen bleibt."

Schon am Frankfurter Flughafen müssten Broschüren auf den Limes, das Kloster Lorsch, das Mittelrheintal und die Grube Messel hinweisen, zitierte Schmidt aus einer vom Land finanzierten Studie. Eine gute Internetpräsenz sei wichtig, ferner Anzeigenschaltungen in den Tageszeitungen und neue touristische Angebote.

Römer-Rundfahrt mit Taverna

Der stellvertretende Saalburg-Direktor Carsten Amrhein: "Wir könnten für Eilige alle vier Welterbestätten in einem Wochenende anbieten. Warum nicht auch eine Mosaiken-Rundfahrt vom Darmstädter Landesmuseum über den Bad Vilbeler Kurpark zum Mosaik in der Saalburg? Oder eine Römer-Tour mit dem Bus von Glashütten zur Saalburg, mit einem römischen Essen in der Taverna und anschließender Übernachtung mit römischem Bad in Bad Homburg." Selbst im Entwicklungsland Peru gebe es solche Kombi-Angebote für Touristen schon lange, so Amrhein.

Wer soll das leisten? Das Saalburg-Team wäre damit personell überfordert. Man sei schon froh, dass der Limes-Erlebnispfad an einigen Stellen der 153 Kilometer durch Hessen führenden Wallanlage angelegt werde. Am kommenden Sonntag organisiert die Saalburg eine archäologische Limeswanderung. Von 10.30 Uhr an läuft man von der Saalburg-Kasse aus sechs Kilometer zu den Schanzen, zur Limes-Rekonstruktion und den Wachtturm-Ruinen, dann vom Herzberg an der Jupitersäule vorbei wieder zur Saalburg. Kostenpunkt: 15 Euro.

Die Führung übernimmt einer der 17 frisch zertifizierten "Limes-Cicerones": Gästeführer, die seriös und unterhaltsam über die fast 2000 Jahre alte Geschichte der Unesco-Welterbestätte Limes berichten können.

Rund 165000 Menschen besuchten im vorigen Jahr die Saalburg. Durch Themen-Touren könnten es noch viel mehr werden, glaubt Carsten Amrhein. Vielleicht könne ja der Taunus Touristik Service ihn organisieren. Diese Abteilung des Zweckverbandes Hochtaunus informiert auf der Homepage www.taunus.info über freie Gästebetten, das Rezept der Taunus-Apfeltorte und das aktuelle Wetter auf dem Feldbergplateau.

Doch Themenreisen für hessische und internationale Touristen kann die Mini-Truppe aus zwei Touristikfachfrauen und drei Auszubildenden momentan nicht organisieren. Wohl frühestens Anfang 2010 wird der Verband einen Nachfolger für die vor Monaten nach Königstein gewechselte Geschäftsführerin Almut Boller präsentieren.

Man werde nun lokale und auch große Reiseveranstalter für den Limes und die anderen Welterbestätten zu interessieren versuchen, so Christian Schmidt von der Hessenagentur.

Die Saalburg hat laut Amrhein übrigens 2,2 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm zur Verfügung. Damit werde man das Mithras-Heiligtum der römischen Soldaten und das Teehaus der Kaiserin Auguste Viktoria renovieren und fürs Publikum öffnen. Es liegen auch Pläne für 90 zusätzliche Parkplätze vor. Dann fehle noch ein Wendeplatz für Reisebusse.

Autor:  Klaus Nissen
Datum:  24 | 9 | 2009
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