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17. November 2011

Windpark Winterstein

 Von Bruno Rieb

Hochtaunus Kreisübergreifende Planung

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Bislang thront auf dem Steinkopf am östlichsten Taunuszipfel einsam ein Fernmeldeturm. Bald soll er Gesellschaft bekommen: Windräder. Die Bürgermeister der vier Anliegerkommunen Friedberg, Rosbach, Ober-Mörlen und Wehrheim haben verabredet, in dem ausgedehnten Waldgebiet Vorrangfläche für Windkraftanlagen auszuweisen. Friedbergs Rathauschef Michael Keller (SPD) trumpfte mit der Nachricht am Dienstag in einer Podiumsdiskussion auf, die sich mit der Frage beschäftigte, wie die Wetterau atomstromfrei werden könne.

Das Winterstein-Areal gehört zum Naturpark Hochtaunus. Im Hochtaunuskreis drehen sich bislang keine Windräder. Die vier Kommunen wollten vermeiden, dass ihnen vom Land Flächen als Standorte aufgedrückt würden, die sie nicht wollten, sagte Rosbachs parteiloser Rathauschef Detlef Brechtel. Immerhin sollen zwei Prozent der Landesfläche als Windkraftgebiet ausgewiesen werden.

"Einer „Verspargelung“ des Taunus könne so vorgebeugt werden:"

Sein christdemokratischer Kollege Gregor Sommer aus Wehrheim sieht das genauso. Es sei wegweisend, dass Kommunen vereint Flächen ausweisen wollen. So etwas gebe es bislang noch nicht. Einer „Verspargelung“ des Taunus könne so vorgebeugt werden, so Sommer, der auch Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion im Hochtaunuskreis ist. Nun gelte es, für das Projekt parlamentarische Mehrheiten zu finden.

Das Vorhaben stecke noch „in den Kinderschuhen“, sagt Brechtel gestern. Es sei noch nicht klar, ob jede Kommune eigene Standorte ausweise oder alle zusammen einen. Das Winterstein-Areal ist nach Brechtels Worten gut geeignet, weil Straßen und Stromleitungen vorhanden seien.

Der Winterstein war jahrzehntelang Übungsgebiet der US-Armee, die in der Wehrheimer Gemarkung auch ein riesiges Munitionsdepot unterhalten hatte, das heute von der Bundeswehr genutzt wird. Es ist aber auch ein beliebtes Wandergebiet mit dem Weltkulturerbe Limes als Attraktion. Windräder und die Nutzung als Naherholungsgebiet müssen sich laut Brechtel nicht unbedingt widersprechen.

Bertram Huke, Vorsitzender des Taunusclubs, weiß, dass „viele Menschen dort Erholung suchen“. Deshalb müsse genau darauf geachtet werden, wo die Windräder hingestellt würden. Das müsse „mit den Bürgern vor Ort besprochen und diskutiert werden“. Es sei gut, dass sich vier Kommunen zusammentäten, um gemeinsam Standorte auszuweisen.

Das reiche aber noch nicht. Es müsse ein Gesamtkonzept für den Naturpark Hochtaunus gefunden werden, fordert Huke.

Richard Mohr, Vogelexperte aus dem Hochtaunuskreis, befürchtet, der Rote Milan und der Schwarzstorch könnten durch Windräder gefährdet werden. Deren Brutgebiete im Taunus müssten als Windrad-Standorte unbedingt ausgeschlossen werden, forderte Mohr.

Wenn der Vorschlag der vier Kommunen vorliege, werde er geprüft und das Areal eventuell in den Flächennutzungsplan des Planungsverbands aufgenommen, sagt Andreas Thomschke, von der Abteilung Planung des Planungsverbands Frankfurt/Rhein-Main. Der Plan werde voraussichtlich in einem bis eineinhalb Jahren vorliegen.

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