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14. Oktober 2014

Bad Nauheim: Bernstein bekommt ein Museum

 Von Ingo Schubart
Brigitte und Helmut Fleißner sammeln seit 30 Jahren Bernstein und sind stolz auf ihre Exponate.  Foto: Ingo Schubart

In einem früheren Schwimmbad in Bad Nauheim entsteht ein Bernstein-Museum. Im nächsten Jahr soll es eröffnet werden.

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Helmut Fleißner ist leidenschaftlicher Taucher. Ein Hobby, das er auf seinen vielen beruflichen Auslandsaufenthalten pflegen konnte. Etwa in Ägypten, wo er zehn Jahre lang als Ingenieur gearbeitet hat.

In einem früheren Schwimmbad in Bad Nauheim taucht Fleißner zusammen mit seiner Frau Brigitte in eine andere Leidenschaft ab: in die Welt des Bernsteins. Denn an diesem ungewöhnlichen Ort entsteht ein Bernstein-Museum. Im nächsten Jahr soll es eröffnet werden.

Durch den dschungelartigen Garten von Helmut und Brigitte Fleißner führt ein Weg zu einem unscheinbaren Flachbau. Das Licht geht an und beleuchtet Schaukästen, die teilweise noch leer sind. Es riecht nach Holz und Farbe. Die Holz-Vertäfelung an den Wänden, die Treppe, die in das ehemalige Schwimmbecken führt, alles hat der 76-jährige Fleißner selbst maßgesägt. Die perfekte Museums-Atmosphäre.

„Bernstein ist nichts anderes als fossiles Harz“, erklärt Fleißner. Was man davon in seinem Museum findet, ist mindestens 50 Millionen Jahre alt. Helmut Fleißner interessiert sich besonders für die sogenannten Inklusen. Das sind Bernsteine, in denen Tierchen oder Pflanzenteile eingeschlossen sind. Meistens sind sie in Wasser von Flüssen oder im Meer zu finden, denn wenn sie an die Luft geraten wären, hätten sie sich zersetzt.

Wie ein Sechser im Lotto

Es ist eine kleine Zeitreise. Man sieht eine Laus, die gerade zwei Junge zur Welt gebracht hat. Festgehalten im Harzfluss vor rund 50 Millionen Jahren. Harz sei das perfekte Konservierungsmittel aus der Natur, sagt Fleißner. Seine Begeisterung steckt an. „Das muss man sich mal vorstellen, dass die Evolution diesen Weg der Reproduktion bis heute nicht verändert hat“, sagt er. So ein Fund sei aber wie ein Sechser im Lotto. „Nur in jedem 1000. Bernstein findet sich eine brauchbare Inkluse“, erklärt der Experte. Und er gibt zu, dass keines der Exponate von ihm gefunden worden sei; er habe sie auf Börsen und bei Sammlern an den Bernsteinfundstellen erworben.

Seit über 40 Jahren ist der Nauheimer der Paläontologie auf der Spur. Erst hat ihn der Biologieunterricht begeistert, dann hat er sich selbst auf die Suche gemacht. Seine Frau teilt seine Leidenschaft für das fossile Gestein. Die gebürtige Badenerin aus der Nähe von Pforzheim hatte in den 1970er Jahren ein Geschäft in Bad Nauheim betrieben. Dort stellte die Goldschmiedin Schmuck aus Bernstein her. Darüber haben sich die beiden auch kennengelernt. Für Brigitte Fleißner steht der ästhetische Aspekt des Bernsteins im Vordergrund. Sie hat auch schon Inklusen zu Schmuckstücken verarbeitet. „Es ist aber nicht jedermanns Sache, eine eingefasste Spinne um den Hals zu tragen“, erklärt Brigitte Fleißner. Ein Bernstein, der Brigitte Fleißner besonders gut gefällt, sieht aus wie ein Karamellbonbon. Das Weiße im Stein sind kleine Luftbläschen.

Auf vielen Reisen, die das Paar über 30 Jahren hinweg gemacht hat und die teilweise auf Fotos im Museum dokumentiert sind, sei schließlich die Idee zu dem Museum entstanden. In den nächsten Monaten soll das Bernstein-Museum fertig werden. Im nächsten Jahr dürfen Besucher dann kostenlos besichtigen, was für Helmut und Brigitte Fleißner ein Stück Lebenstraum ist.

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