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24. Januar 2016

Friedberg: Neonazis zerstören Wahlplakate

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Das Gesicht des SPD-Kandidaten Ster ist mit einem Neonazi-Sticker verklebt.  Foto: privat

In Friedberg werden zahlreiche Plakate zerstört oder beschädigt. Betroffen sind neben SPD und CDU auch Vereine. Ein Sticker auf einem der Plakate weist in die rechte Szene.

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In Friedberg sind in der Nacht von Samstag auf Sonntag zahlreiche Plakate in der Kernstadt zerstört worden. „Das ist uns so peu à peu aufgefallen“, berichtet der Vorsitzende der Friedberger Sozialdemokraten, Benjamin Ster, auf Nachfrage der FR. Das erste kaputte Plakat habe er in der Nacht auf dem Nachhauseweg an der Kaiserstraße gesehen.

Ein Rundgang am Morgen zeigte dann, dass „an allen Ecken und Enden“ in der Kernstadt Wahlplakate der SPD beschädigt worden seien. Teils seien sie in Hecken und Gärten geworfen worden. „Teilweise wurde aber auch richtig Gewalt angewendet“, sagte Ster. So sei bei manchen Plakaten die Pappe mit dem Wahlplakat, die in einen Holzrahmen geschraubt war, aus dem Rahmen getreten worden.

Auch wurden Plakate und die Bilder der Kandidaten darauf beschädigt. Auf einem Plakat wurden außerdem Sticker geklebt, die in die rechte Szene weisen. Die einen fordern „Freiheit für Horst Mahler“. Mahler wurde am 23. Januar 1936 geboren und wegen der Leugnung des Holocausts, Volksverhetzung und Terrorismus mehrfach verurteilt. Im ersten Verbotsverfahren gegen die NPD vertrat er die Partei als Anwalt. Derzeit verbüßt er eine Haftstrafe in Brandenburg. „Gegen Krieg und Kapitalismus: Nationaler Sozialismus!“, heißt es auf einem anderen Sticker, der über auf Sters Kopf geklebt ist.

Als Urheber der Aufkleber ist darauf das Antikapitalistische Kollektiv genannt, das auf seine Unterstützung durch das Freie Netz Hessen hinweist – einen Zusammenschluss freier rechtsextremer Kameradschaften.

Ziel der Zerstörungsaktion war aber nicht nur die SPD. Auch Plakate der CDU, mit denen sie für ihren Neujahrsempfang warb, und Plakate von Vereinen sind nach FR-Informationen beschädigt worden. Dazu zählen laut dem Sprecher der Antifaschistischen Bildungsinitiative (Antifa-BI), Andreas Balser auch Plakate, die an die Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 1945 erinnern sollen, und Plakate des Heldentheaters. Insgesamt handele es sich um „dutzende Plakate“. „Hauptsächlich aber wurde die SPD getroffen“, sagt Balser. Bilder der Plakate hat die Friedberger SPD auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht. Die SPD hat gestern wegen Sachbeschädigung Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Gegen eine Wahlkampfveranstaltung der NPD in Büdingen gingen am Samstagnachmittag laut Polizei rund 120 Bürgerin Büdingen auf die Straße. 45 Mitglieder der rechtsextremen Partei hatten sich in der Willi-Zinnkann-Halle teilgenommen. In der Nacht davor hatten Unbekannte die Glasfront der Halle beschädigt.

Diesen „Vandalismus“ hat die Junge Union Büdingen in einer Mitteilung scharf kritisiert. Das sei die „falsche Reaktion auf solche Veranstaltungen“, betonte der JU-Stadtverbandsvorsitzende, Daniel Deckenbach. Das Geld für die Reparatur werde nun im Stadthaushalt für anderes fehlen. Auch die Antifa-BI distanzierte sich in einem Facebook-Eintrag deutlich von politischer Gewalt. Eine solche Zerstörung sei „in jedweder Hinsicht sinnlos.“

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