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07. Februar 2013

Wetterau Grundwasser: Schneller reagieren

 Von 
Das Wasserwerk der Ovag in Inheiden.  Foto: ovag

Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg erhält Zugriff auf die Grundwasserdaten des Wasserversorgers Ovag. Damit kann sie künftig schneller auf Trockenperioden reagieren.

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Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SGV) kann künftig schneller auf naturgefährdende Grundwasserstände – etwa in Trockenperioden – reagieren. Denn ab sofort liefert der Wasserversorger Ovag die Pegelstände seiner Brunnen im Vogelsberggebiet quasi in Echtzeit an die SGV. „Für uns ist mit dem zeitnahen Zugriff auf die Datenbank ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen“, sagte Hans-Otto Wack, wissenschaftlicher Berater der SGV.

Lange Zeit erhielt der Verein die Daten jährlich. Mit nicht unerheblichen Folgen: Die wissenschaftlich ermittelten Zustände von Grundwasser und Naturraum waren nur anhand von Berichten aus dem Vorjahr zu beurteilen, so SGV-Vorsitzende Cécile Hahn. „Wenn daraus Verstöße gegen das Wasserrecht oder Trockenschäden ersichtlich wurden, war es aber zum Handeln zu spät.“

Messwerte können stündlich ausgewertet werden

Eine erste Besserung im Monitoring stellte sich 2010 ein. Von da an gab es den Grundwasserbericht immerhin monatlich. Dieser Tage ist für die Schutzgemeinschaft der Zugriff auf das neue Grundwasserinformationssystem frei geschaltet. Der zeitliche Abstand zwischen Messung und Anzeige sei nunmehr auf eine Stunde geschrumpft, berichtet Peter Hög, Abteilungsleiter für die Wasserversorgung bei der Ovag, der FR. „Gemessen wird alle paar Minuten, die Speicherung der Informationen erfolgt jedoch im Stundentakt“, erläutert er.

Das System schließt alle Entnahmegebiete der Ovag ein, wie Inheiden, Kohden oder Wetterfeld. Eine Apparatur an den Pegelmeldern digitalisiert die Werte, so dass sie ohne manuelle Bearbeitung online und in eine Datenbank gestellt werden können. Das Archiv ist zuvor mit Grundwasserpegelständen seit der modernen Wasserförderung Anfang des 20. Jahrhunderts gefüttert worden, um Vergleichswerte zu erhalten.

Wasserraubbau führte zur Gründung der Gemeinschaft

„Das Grundwasserinformationssystem ist eine Auflage der Regierungspräsidien Darmstadt und Gießen“, sagt Hög. Beide RPs benötigten wie die SGV das System für die ständige Kontrolle. Der Normalbürger erhält Daten nur auf Anfrage und immer mit Erläuterung. Letzteres sei zur Interpretation der Daten nötig, so Hög.

Die gegenwärtige Grundwassersituation im Vogelsbergbasalt bezeichnet der Ovag-Manager als normal, nicht allein wegen der „durchschnittlich nassen Witterung“. Zur Entspannung der Lage trage ebenso der leicht sinkende Wasserbedarf von Frankfurt bei. Im Vorjahr flossen rund 17,8 Millionen Kubikmeter durch Ovag-Leitungen aus dem Vogelsberg in die Metropole. Zu Hoch-Zeiten sollen es bis zu 25 Millionen Kubikmeter gewesen sein.

Der enorme und immer weiter steigende Wasserverbrauch des Rhein-Main-Gebiets hatte früher zu erheblichen Schäden in der Natur und an Gebäuden geführt, weil der Grundwasserpegel stark gefallen war. Um diesen Raubbau zu stoppen, gründeten 1989 Privatpersonen, Bürgerinitiativen, Bürgermeister und andere die Schutzgemeinschaft Vogelsberg, der sich mittlerweile fast alle Kommunen im Wetterau- und Vogelsbergkreis sowie Umweltverbände angeschlossen haben.

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