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13. September 2013

Wetterau: Pfeifen und Tröten gegen Nazis

 Von Petra Zeichner
Klare Botschaft an die NPD.  Foto: Petra Zeichner

Die NPD zieht auf ihrem Wahlkampf von der Kreisstadt nach Butzbach. Mehr als 150 Demonstranten stellen sich dem Grüppchen Nazis entgegen. Alles bleibt friedlich.

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Friedberg –  

Die NPD hat den Wahlkampf genutzt, um auch in der Kreisstadt Station zu machen. Gestern Nachmittag um vier Uhr rollte ihr Lastwagen vor die Burg auf der Kaiserstraße, wo sie bis um 20 Uhr eine Kundgebung angemeldet hatte. Doch dort warteten bereits die Gegendemonstranten. Sie empfingen die Rechten mit lautem Pfeifen und Tröten.

Die Polizei, die laut Pressesprecher Jörg Reinemer von der Polizeidirektion Wetterau mit mehreren Dutzend Beamten vor Ort war, sperrte die Kaiserstraße für den Verkehr. Auch der Burgvorplatz selbst war weiträumig abgesperrt. Das führte dazu, dass weder Autofahrer noch Fußgänger näher als etwa 200 Meter an die rund 15 Sympathisanten herankamen. Rund 150 Leute sind laut Polizei zu der Gegendemonstration gekommen, eine geübte Demo-Teilnehmerin sprach von 200. Darunter waren Marcus Stadler und Kathrin Anders vom Kreisvorstand der Wetterauer Grünen, sowie von der Linken Wetterau Karlheinz Hofmann und Gabi Faulhaber, die Parteivorsitzende. „Nach den Verbrechen der NSU müsste klar sein, dass Faschismus ein Verbrechen ist und keine Meinung“, sagte Faulhaber. Die NPD gehöre verboten. Auch die Lagergemeinschaft Auschwitz mit Sitz in Münzenberg war mit ihrem Vorsitzenden Uwe Hartwig vor Ort. Er sei aber auch als Privatmann hier, betonte er. „Wenn die Nazis an die Macht kämen, würde das Gleiche nochmal passieren wie zwischen 1933 und 1945“, begründete er seine Teilnahme an dieser Friedberger Gegendemonstration.

Junge Nazi-Gegner

Es waren überwiegend junge Menschen, die sich laut gegen die Musik und Parolen der Rechtsextremen wehrten. Die Antifaschistische Bildungsinitiative hatte die Demo bei der Stadt angemeldet und mobil gemacht. Auch eine vor wenigen Monaten laut einem Mitglied neu gegründete Antifa Wetterau ist dabei. Die Stadt Friedberg hat erst gar nicht versucht, die NPD-Kundgebung zu verbieten. „Wir haben geschaut, dass wir denen keine Plattform bieten“, erklärte Erster Stadtrat Peter Ziebarth (CDU), der ebenfalls unter den Gegendemonstranten stand. Die NPD hätte sonst dagegen geklagt, ein Verbot hätte ihr Öffentlichkeit verschafft, meint er. Als gegen 16.30 Uhr der NPD-Bundesvorsitzende Holger Apfel ins Mikrofon spricht, steht er im Regen. Schon bei seinem Vorredner flogen Eier aus den Reihen der Demonstrierenden. Sie verfehlten aber ein Ziel, war der Weg von den Absperrgittern bis zu dem Redner doch viel zu weit. Zwischen all dem Tröten und Pfeifen waren auch deutlich die Hupen von Motorrädern zu hören. Die Kuhle Wampe Marburg war mit vier Leuten aus Gießen zur Unterstützung gekommen.

Gegen 17.15 Uhr verdrückten sich die Rechten wieder. Die Demonstration war friedlich. Drei Protestler wurden laut Polizeisprecher Reinemer „wegen einzelner Verstöße gegen das Versammlungsgesetz einer polizeilichen Kontrolle unterzogen“. Die NPD hat für Samstag, 14. September, auch für Butzbach einen Infostand angekündigt. Wie das Butzbacher Bündnis für Demokratie und Toleranz mitteilt, soll der von 9 bis 12.30 Uhr auf dem Marktplatz stehen. Das Bündnis hat für diesen Zeitraum eine Versammlung angemeldet. Rechtsextremes Gedankengut und Ausländerfeindlichkeit habe nirgendwo Raum. „Kein Platz für Nazis in Butzbach - wir bleiben bunt statt braun“ ist das Motto der Veranstaltung.

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