Aktuell: Zuwanderung Rhein-Main | Fotostrecken | Polizeimeldungen
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Bad Vilbel und Wetterau
Berichte und Bilder von allen wichtigen Ereignissen in der Wetterau

05. Juli 2012

Windkraft: Windenergie, aber ganz weit weg

 Von Claudia Isabel Rittel

Der Eigenbetrieb ist am Offshore-Windpark beteiligt. Die Zukunft des Projekts bleibt ungewiss

Drucken per Mail

Wenn wir mit unserem Projekt durchkommen, wären wir in der Lage den gesamten Energiebedarf der Stadt abbilden zu können“, ließ Ehrenstadtrat und Geschäftsführer der Stadtwerke, Klaus Minkel (CDU), die Stadtverordneten im Mai süffisant wissen. Die Grünen hatten wissen wollen, warum sich die Stadt nicht an der Winderzeugung in Karben beteiligt. „Wir haben gar keinen Grund, Trübsal zu blasen“, sagte Minkel damals und verwies auf ein Großprojekt in der Ostsee.

Ein Projekt zum Bau einer großen Windkraftanlage draußen im Meer, an der die Stadtwerke indirekt beteiligt sind. Der Hamburger Windanlagenbauer Nordex, die Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB) und die Frankfurter Firma WV Energie – eine Aktiengesellschaft verschiedener kommunaler Energieversorger – planen dort gemeinsam einen Windpark, der genug Energie für eine Kleinstadt liefern soll.

Die Stadtwerke GmbH ist an WV Energie mit rund 450000 Euro des Aktienkapitals beteiligt und damit laut Minkel „der zweitgrößte Aktionär“. Arcadis Ost 1 heißt „unser Projekt“ im Fachjargon. Es sieht 70 bis 100 Windräder mit einer Leistung von bis zu 575 Megawatt Strom vor. Aufgestellt werden sollen sie auf einer Fläche von 45 Quadratkilometern, 17 Kilometer nordöstlich von Rügen. Projektgesellschaft ist die KNK Wind GmbH, die zu 50 Prozent der WV Energie gehört.

Wann der Windpark Realität wird, ist zur Zeit unklar. Vor einigen Wochen hat sich die mitbeteiligte Nordex aus der Entwicklung von Offshore-Anlagen zurückgezogen. Eigentlich wollte Nordex eine neu entwickelte Turbine in dem Ostseeprojekt erstmals in Serie verbauen.

Doch dazu kommt es nun nicht mehr. Die Pläne liegen im Tresor der Firma, auch der Prototyp wird gar nicht erst gebaut. Die Sache sei an der Suche nach einem geeigneten Partner gescheitert, sagt Nordex-Sprecher Ralf Peters. Und: „Die finanzielle Herausforderung des Projekts ist immens.“

Die Hälfte der Kosten des Arcadis-Projekts stemmt die WV Energie, die Nordex ist mit 38,89 Prozent beteiligt und die IKB mit 11,11 Prozent.

Projekt soll weiterlaufen

Da habe das Unternehmen die Reißleine ziehen müssen. „Wir sind aber daran interessiert, dass das Projekt weiterläuft“, so Peters. Auch wenn Nordex selbst nun nicht mehr die Turbinen dafür baut. Es gebe aber eine ganze Reihe anderer Anbieter, die die Technik liefern könnten, so Peters.

Nordex hat sich laut Peters ursprünglich mit rund drei Millionen an dem Projekt beteiligt – und an allen darauf folgenden Investitionen auch mit 40 Prozent. Arcadis sollte ein Referenzprojekt für die neue Technik werden. Aber das war gestern. Ganz auszusteigen wäre für das Unternehmen aber kein schlauer Schachzug. Auch, wenn drei Millionen im Vergleich zu den rund 100 Millionen Euro, die Nordex insgesamt ins aufgegebene Geschäftsfeld Offshore-Anlagen investiert hat, vernachlässigenswert klingen.

Allerdings wird sich das Projekt durch das Ausscheiden von Nordex nun verzögern. 2015 mit dem Bau zu beginnen, wie geplant, wird nicht klappen. Zunächst muss das Land Mecklenburg-Vorpommern die Genehmigung für das Projekt erteilen. Und das Konsortium braucht einen neuen Technik-Lieferanten.

Ganz nebenbei hat sich auch die Wintershall Holding GmbH, die die Hälfte der Anteile von WV Energie besaß, verabschiedet. Die Anteile hat der Vorstand des Unternehmens übernommen. Geht mit dem Projekt trotz aller Schwierigkeiten alles gut, haben die Stadtwerke laut Angaben der WV Energie die Option, im Fall einer erfolgreichen Genehmigung des Projekts, bis zu knapp sieben Prozent der Anteile zu kaufen. Eine „Konstruktion mit Chancen aber ohne Risiken“ für die Stadtwerke, wie Minkel betont.

In gut 40 Meter Tiefe müssten die Windräder verankert werden – auch das ein technischer Kraftakt. Außerdem hapert es immer noch an einer zuverlässigen Technik für den Transport der Energie vom Meer nach Süddeutschland.

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie bitte auf das orange Symbol.

Regionale Startseite

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Twitter

Anzeige

Anzeige

ANZEIGE
- Partner