Nicht christliche Dogmen und die Historie, sondern das aktive Gemeindeleben steht in der Christuskirchengemeinde an erster Stelle. Und so präsentiert die Gemeinde zu ihrem 50. Bestehen auch keine traditionelle Festschrift. Vielmehr stellt sie auf knapp 80 Seiten dar, was die Gemeinde im Jahr 2012 ausmacht. Und das sind in erster Linie die Menschen.
In Porträts stellen sich 29 der rund 4600 Gemeindemitglieder vor. Kurze Texte geben zudem einen Einblick in die unterschiedlichen Aktivitäten der evangelischen Gemeinde. „Wir möchten gerne darstellen, wie lebendig und vielfältig eine christliche Gemeinschaft sein kann“, sagte Pfarrer Klaus Neumeier bei der Buchvorstellung.
Die dargestellten Personen und Themen hat das siebenköpfige Redaktionsteam ausgewählt. „Es sollte ein breites Spektrum abgebildet werden“, erläutert Gemeindepädagogin Martina Radgen: Alte und Junge, Alteingesessene und Zugezogene, Männer und Frauen.
Angelehnt ist der Band, der in den letzten neun Monaten entstanden ist, an ein Gemeindebuch aus dem Jahr 2000. Anders als damals sind aber die Porträts und die Darstellung der Gemeindearbeit nicht voneinander getrennt, sondern jeweils auf einer Doppelseite gegenübergestellt.
Herausgekommen ist ein lebendiges Gemeindeporträt, das sich anders als manche Festschrift auch gut durchblättern und lesen lässt. Neben den vielen ehrenamtlich Aktiven, werden auch die fünf hauptamtlichen Gemeindemitarbeiter vorgestellt: Die Pfarrer Klaus Neumeier, Ulrike Mey und Jens Martin Sauter sowie die Gemeindepädagogin Martina Radgen und Gemeindereferent Thorsten Mebus.
„Es wird spannend, zu sehen, wie das angenommen wird“, sagt Hartmuth Schröder, der im Redaktionsteam mitgearbeitet hat und bis zum Jahr 2009 selbst 30 Jahre lang im Kirchenvorstand tätig war. Er hätte gerne mehr über die Geschichte in dem Band gesehen. Mit dem ausschließlichen Fokus auf die Gegenwart blieben wichtige Personen wie etwa Pfarrer Hans Siebert, der die Gemeinde von 1972 bis 1999 begleitet hat, unerwähnt.
Doch der Kirchenvorstand hatte sich ausdrücklich für den Fokus auf die Gegenwart entschieden. Nicht zuletzt auch, um nicht zwischen angenehmer und unangenehmer Vergangenheit unterscheiden zu müssen. Denn im Blick zurück wären auch die Schwierigkeiten aufgetaucht, die es in den 1980er Jahren mit Pfarrer Rudolf Kreck gegeben hatte. Es habe aber niemand etwas davon, diese Wunden wieder aufzureißen, so Neumeier.
Aktive Rückblicke bieten zwei Interviews – das eine mit den ehemaligen Kirchenvorständen Ingrid Faludi, Frank Sarkar und dem amtierenden Vorsitzenden Werner Kristeller, das andere mit dem heute 90-jährigen ehemaligen Pfarrer Rudolf Trey, der 1962 den Bau der Kirche begleitet hat.
Der Band mit der himmelblauen Titelseite ist in einer Auflage von 4500 Exemplaren erschienen und wird in diesen Tagen an die Gemeindemitglieder verteilt.

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