Ich bin selbst immer wieder begeistert“ – auch gestern schwärmte Ulrich Jung. Der Geschäftsführer der Kerckhoff-Klinik sprach nicht etwa von einem neuen Auto oder technischen Gerät, sondern vom Transplantationszentrum, das seit August zwischen zwei Gebäuden der Spezialklinik in die Höhe wächst. Laut Klinikleitung entsteht dort eines der modernsten Zentren in Hessen für Herz- und Lungentransplantationen.
Mit dem 21 Millionen Euro teuren Neubau, der sich wie ein Lückenschluss den benachbarten Häusern einfügt, steige die Klinik zum fünftgrößten Transplantationszentrum der Republik auf, so Jung. Ende 2012 können voraussichtlich die ersten Patienten behandelt werden. Das zusätzliche Raumangebot schafft Platz etwa für einen Transplantations- und einen sogenannten Hybrid-OP sowie acht weitere Betten für die Intensivtherapie, die damit auf 28 Betten vergrößert wird.
Schwieriger Untergrund
Klinikchef Jung hob beim Baustellentermin nicht allein den zusätzlichen Platz hervor, den der Neubau bringen wird. Der viergeschossige Lückenfüller ermöglicht eine neue, effektivere Aufteilung, bei der Patienten und Personal erheblich kürzere Wege haben werden. „Innerhalb der Klinik gibt es bis zu 300 Patiententransporte am Tag.“ Was derzeit noch auf zwei Häuser verteilt wird, soll künftig in räumlichen Einheiten zusammengefasst werden. Dies trifft für Büros, Behandlungsräume, Patientenzimmer, OP-Säle und Intensivstation zu, die eine Ebene einnehmen.
Die Arbeiten liegen laut Jung gut im Zeitplan, obwohl der Neubau in einem Quellenschutzgebiet entsteht. Für das Fundament mussten 180 Pfähle im Boden verankert werden.
Abdichtung gegen Staub
Eine weitere Hürde wurde ebenfalls zu Jungs Zufriedenheit genommen. Der Klinikbetrieb kann, wie mit dem Bauträger vereinbart, während der Arbeiten im vollen Umfang weiterlaufen. Durch die Baustelle wird zeitweise ein hermetisch dichter Gang gezogen, der die beiden Häuser verbindet.
Patienten wie 900 Beschäftigte, darunter 120 Ärzte, hätten den Baulärm bislang ertragen. Wegen der Versiegelung zur Baustelle hin halte sich die Staubentwicklung in Grenzen. Vorsorglich werde mehr geputzt, so der Kaufmännische Geschäftsführer.
Die Deutsche Stiftung Organspende spricht von mindestens 30 Herztransplantationen, die pro Jahr in Hessen nötig würden. Zurzeit müssten viele Patienten mangels OP-Kapazitäten in andere Bundesländer ausweichen, sagte Ulrich Jung. Die erforderlichen Spezialisten arbeiten bereits in der Bad Nauheimer Fachklinik. An der Kerckhoff-Klinik wurden schon in der Vergangenheit Herztransplantationen vorgenommen.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Facebook | Twitter überregional | Google+