Die Burgfestspiele sind eine Attraktion für Kulturinteressierte aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet. Nicht nur die Inszenierungen, sondern auch das Flair der Burg locken auswärtige Besucher nach Bad Vilbel. In diesem Jahr hatten sie erstmals Gelegenheit, ihre Tickets am Computer online zu buchen und auszudrucken. "Diese Möglichkeit wird gern genutzt", sagt Pressesprecherin Ruth Schröffel. Jedoch werde das Ticketbüro keineswegs überflüssig, denn, so ergänzt sie, "viele Besucher haben großen Beratungsbedarf, gerade wenn es darum geht, ob die Plätze überdacht sind oder nicht."
Und auch zur Premiere des Schiller-Stückes "Die Räuber" am vergangenen Freitag war diese Frage von Bedeutung, denn der Wetterbericht hatte Regen vorhergesagt. Warum sie trotzdem zu der Aufführung teils weite Wege bis nach Bad Vilbel auf sich nahmen, berichteten Besucher der Frankfurter Rundschau.
"Ich komme aus Königstein und dort haben wir auch eine Burg", erzählt Cornelia Vossjungels, die von ihrer Vilbeler Freundin Monika Diener zu den Burgfestspielen eingeladen wurde. Schon im vergangenen Jahr hatte sie eine Vorstellung besucht und war begeistert vom Ambiente. "Diese Wasserburg ist im Inneren schöner aufgemacht, das gefällt mir wesentlich besser als bei uns", sagt die Königssteinerin. "Und es treten hier viele bekannte Schauspieler auf."
Aus Wittgenborn in Wächtersbach sind Christiane Doebler und Stefan Hartmann angereist. Das Paar nimmt die Fahrt von rund 50 Kilometern gerne in Kauf. "Wir sind zum sechsten Mal bei den Burgfestspielen. Wir kommen jedes Jahr. Es ist bei uns ein Ritual", berichtet Hartmann. "Die Qualität ist so gut und das Niveau der Inszenierungen sehr hoch - ein Besuch der Burgfestspiele ist immer empfehlenswert", schwärmt er. Und seine Freundin ergänzt: "Wir sind nie von einer Vorstellung enttäuscht worden. Am liebsten mögen wir Shakespeare und die Hamlet-Aufführung hat uns bisher am besten gefallen. Das Ambiente der Burgruine spricht natürlich für sich." Sie haben schon vielen Freunden den Besuch der Burgfestspiele empfohlen. Ihr Ritual genießt das Paar jedoch immer nur zu zweit. Hartmann: "Wir genießen ein Eis, spazieren durch den wunderschönen Park und essen vor der Vorstellung noch in der Burggastronomie."
Sabine Held aus Schöneck strahlt schon auf dem Weg zur Spielstätte. "Ich komme her, weil ich die Burg mag", erzählt sie. "Ich habe die Festspiele vor Jahren durch meine Kinder kennengelernt. Wir haben die Kindervorstellungen wie beispielsweise Petterson und Findus besucht. Dann bin ich mit meinem Mann auch mal abends hingegangen und seitdem komme ich regelmäßig. Die Inszenierungen finde ich ausgesprochen gelungen. Sie sind gut besetzt und aufgeführt. Natürlich trägt das Ambiente der Burg zur Anziehungskraft bei. Dieser Rahmen ist durch ein normales Theater nicht zu ersetzen ."

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