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Wöllstadt: Kein Geld für Ortsumgehung

Der Bund vertagt seine Zusage zum Bau der Umgehungsstraße in Wöllstadt. Die örtliche Bürgerinitiative will aber weiter Druck machen.

        

Jetzt wird es wieder nichts mit der Entlastung der B3. Seit 1996  laufen die Planungen in Wöllstadt.
Jetzt wird es wieder nichts mit der Entlastung der B3. Seit 1996 laufen die Planungen in Wöllstadt.
Foto: Jan-Christoph Hartung

"Es ist eine Katastrophe“, hat Wöllstadts Bürgermeister Alfons Götz (CDU) am Montag der FR gesagt. Am gestrigen Tag teilte der für den Wetteraukreis zuständige Landtagsabgeordnete Jörg-Uwe Hahn (FDP) die Antwort zur Finanzierung der Umgehungsstraße mit. Danach lässt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CDU) die Wöllstädter wissen, dass er „leider noch keinen konkreten Realisierungszeitraum für diese Maßnahme“ nennen könne.

Minister Ramsauer habe erklärt, es stünden zahlreiche wichtige Bundesstraßenprojekte und steigende Ausgaben für den Erhalt dieser Wege an. Die Landesregierung hat Hahn zufolge ihre Hausaufgaben gemacht.

Laut Hahn versprach Ramsauer, sobald der Bund wieder Geld in der Kasse habe, sollten auch die Wöllstädter vom Durchgangsverkehr auf der B3 und B45 befreit werden. Knapp 40 Millionen Euro soll der Bau kosten. Die Zusage, die der Minister im geschliffenen Amtsdeutsch formulierte, war Rathauschef Götz nicht bekannt. Eine ähnliche Aussage habe zuvor der zuständige Staatssekretär Jan Mücke (FDP) der Bürgerinitiative (BI) Ortsumgehung Wöllstadt gemacht, so BI-Sprecher Peter Dengelmaier.

„Der Ball wird zwischen Wiesbaden und Berlin hin- und hergespielt“, kommentierte Dengelmaier die Mitteilung aus Hahns Büro. Es liege auch an der Landesregierung, dass die Umgehung auf unbestimmte Zeit verschoben sei. Dort lege man auf den Bau von Prestigeobjekten mehr wert, ärgerte sich Dengelmaier. Dabei unterstützten alle angesprochenen Politiker den Bau der seit 1996 in Planung befindlichen Strecke.

Mit der Eröffnung der Friedberger B3-Umgehungsstraße im Juni 2009 habe sich die Situation für die Wöllstädter noch einmal verschlechtert. Dengelmaier spricht von LKW-Maut-Flüchtlingen, die ab Butzbach die Autobahn 5 verlassen und die Bundesstraße nutzen. „Die B3 ist zur Autobahn der Wetterau geworden“, stellt Dengelmaier fest. Bei einer Zählung von Bürgermeister Götz in Ober-Wöllstadt wurden mehr als 120 Lastwagen nachts zwischen 2 und 4 Uhr registriert. „Wenn sich zwei Lastwagen in Ober-Wöllstadt an der Engstelle an der Kirche begegnen, muss auf den Gehweg ausgewichen werden“, berichtete der Rathauschef.

„Wir haben am Knotenpunkt B3/B45 bis zu 35000 Fahrzeuge am Tag“, notiert Götz. Vor zehn Jahren soll das Fahrzeugaufkommen um knapp ein Drittel niedriger gelegen haben. Die Ortsumgehung Friedberg hat aus Sicht von Götz ebenfalls die Lage verschärft. BI-Sprecher Dengelmaier ahnt Böses, wenn 2012 die Roßbacher Umfahrung eröffnet ist.

Götz sieht auch das Planungsergebnis in Gefahr. Seit Mai 2010 liegt der Planfeststellungsbeschluss vor. Werde innerhalb von fünf Jahren nach Inkrafttreten nicht gebaut, könne die Gültigkeit verloren gehen, so Götz. Dann könne ein erneuter jahrelanger Aufstellungsprozess erforderlich werden. Götz will jetzt zunächst ein Nachtfahrverbot für Lastwagen erwirken.

Die BI will den Druck mit Aktionen hoch halten. Am 13. August soll es ein Frühstück auf der B3 geben. Bereits im Mai wurde der Protest auf die Straße gebracht mit Folgen für den Verkehr.

Autor:  Detlef Sundermann
Datum:  19 | 7 | 2011
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