Die Liste der Unterzeichner reicht vom Asta der Philipps-Universität Marburg bis zum Fahrgastbeirat Wetterau, von der Ortsgruppe Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) bis zum Wetterauer DGB. Sie alle unterstützen die Initiative zur Verbesserung des Bahnfahrplans in Mittelhessen, genannt "Main-Weser-Bahn im Takt".
Weil mit dem Fahrplanwechsel im Dezember die Intercitylinie Hamburg-Karlsruhe um eine halbe Stunde versetzt wurde, sind die zwischen Nordhessen und Frankfurt verkehrenden Regionalzüge aus dem Takt geraten. Der Mittelhessenexpress halte in der einen Stunde sowohl in Bad Vilbel als auch auf allen Stationen zwischen Friedberg und Gießen, in der anderen nur in Friedberg, Bad Nauheim und Butzbach, bemängelt Initiativen-Sprecher Franz Grolig aus Wölfersheim. Die Fahrzeit zwischen Gießen und Frankfurt schwanke dadurch zwischen 45 und 59 Minuten. Der Regionalexpress Siegen-Gießen-Frankfurt hält nicht mehr in Großen-Linden, Langgöns und Bad Nauheim, dafür aber in Friedberg.
Er wurde zwischen Gießen und Frankfurt um wenige Minuten verschoben. Die S-Bahn muss in Friedberg sieben Minuten früher abfahren als bisher und wird in Bad Vilbel von diesem Regionalexpress überholt. Die Situation im Bahnhof Friedberg sei völlig unbefriedigend. Anschlüsse würden verpasst, lange Wartezeiten entstünden. Butzbach und Bad Nauheim seien außerhalb der Hauptverkehrszeiten "fast komplett abgekoppelt" worden.
Die Initiative fordert, dass der Regionalexpress Siegen-Gießen-Frankfurt zwischen Siegen und Friedberg um wenige Minuten beschleunigt wird, damit er spätestens in Friedberg in Richtung Frankfurt zur selben Minute wie die eine Stunde versetzte Linie Kassel-Gießen-Frankfurt abfährt. Beim Regionalexpress Marburg-Gießen-Frankfurt solle ein Stundentakt eingeführt werden. Der langsame Mittelhessenexpress soll wegfallen, dafür der IC zwischen Gießen und Frankfurt für RMV-Fahrkarten freigegeben werden. Die Regionalbahn Gießen-Friedberg soll als Ersatz für den wegfallenden Mittelhessenexpress im von 7 bis 20 Uhr im Halbstundentakt verkehren.
Der Verkehrsverbund plane bereits Verbesserungen, sagt RMV-Sprecher Peter Vollmer. Der Regionalexpress Siegen-Frankfurt werde beschleunigt. Ob zusätzliche Halte in Bad Nauheim und Butzbach möglich seien, werde geprüft. Zusätzliche Regionalbahnen sind schon seit dem Fahrplanwechsel im Einsatz. Es werde einen "Flügelzug" von Gießen nach Frankfurt geben. Regionalbahnen im Halbstundentakt seien nicht möglich, weil die Fahrzeiten bereits belegt seien. Zusätzliche Regionalbahnen müssten zudem von den regionalen Verkehrsträgern mitfinanziert werden. Den IC für RMV-Fahrkarten freizugeben komme den RMV teuer, die Mehrkosten müssten alle Kunden tragen. Die kämen mit dem neuen Fahrplan recht gut klar. Von 126 Beschwerden zu den betroffenen Linien hätten sich nur 29 auf den neuen Fahrplan bezogen.

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