In Wöllstadt sagen sich Fuchs und Hase längst nicht mehr Gute Nacht, weil der nächtliche Lärm auf der Durchgangsstraße B3/B45 zu laut geworden ist. Seit Jahren wartet die Gemeinde mit ihren beiden Ortsteilen auf die Umgehungsstraße, für die sich Politiker und vor allem die Bürger vehement einsetzen. Im Mai 2010 wähnte man sich dem Ziel nah. Das Planfeststellungsverfahren erlangte Rechtsgültigkeit. Seitdem liegt es auf Eis, weil dem Bund die 40 Millionen Euro für den Bau fehlen. Genauer gesagt, weil er das Geld an anderer Stelle für den Straßenbau als wichtiger betrachtet.
Die Misere deutet auf eine nicht konsequent zu Ende gedachte Verkehrsplanung von Land und Bund hin. Wenn die Ortschaften an der B3 Umfahrungen erhalten, dann bitte überall und zur gleichen Zeit. Offenbar gibt es in Wiesbaden und Berlin immer noch Politiker, die glauben, mehr und breitere Straßen verursachten kein Mehr an Verkehr. Die Dummen sind bei dieser Politik die Menschen, die an Engstellen wie in Wöllstadt leben. 6500 Einwohner sind keine Drohkulisse. Man wird sich dem Prinzip Hoffnung hingeben müssen. 2013 sind Bundestags- und Landtagswahlen, vielleicht kommt dann Geld.

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