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Vilbels Büdchen (2): Stets zu Diensten

Seit knapp neun Jahren betreibt der gebürtige Offenbacher Branko Milanovic den Kiosk am Vilbeler Nordbahnhof. Von Tina Full-Euler

Branko Milanovic vor seinem Arbeitsplatz.
Branko Milanovic vor seinem Arbeitsplatz.
Foto: FR/Arnold

Als Christina Folberth in der Tür erscheint, hat Branko Milanovic ihre Cola schon in der Hand. Seit knapp neun Jahren betreibt der gebürtige Offenbacher den Kiosk am Vilbeler Nordbahnhof, und er weiß, was seine Kunden wollen. Folberth kauft noch ein Feuerzeug und Rubbellose. Bevor ihr Milanovic das Feuerzeug überreicht, guckt er, ob es funktioniert. Die Heilsbergerin kommt jeden Tag nach der Arbeit auf eine Cola vorbei. Das entspannt. "Nach der Cola sind doch noch genügend Busse da", sagt sie.

Gute Lage bringt viele Kunden

Der Kiosk

Der Kiosk Nordbahnhof hat Montag bis Freitag von 5 bis 19 Uhr geöffnet, Samstag von 6 bis 15 Uhr, sonn- und feiertags ist geschlossen.

Im Angebot sind warme und kalte Getränke, Backwaren zum Frühstück von der Bäckerei Jäger aus Petterweil, belegte Brötchen, Süßwaren und Lotteriespiel. Außerdem die Büdchen-Standards: Zeitungen, Zeitschriften, Alkohol und Tabakwaren. (till)

"Die Lage stimmt", findet Milanovic. Rund 80 Prozent seiner Kunden seien Laufkundschaft. Dass direkt am Kiosk die Busse abfahren, sei das "größte Argument" gewesen, den Laden zu übernehmen. Dazu gesellte sich die Lust auf was Neues. "Wir können gut vom Geschäft leben", sagt der 38-jährige Familienvater. Seine Frau Petra hilft mit im Verkauf, außerdem gibt es eine Angestellte.

Milanovic ist der vierte Besitzer des Büdchens, wie er berichtet. 2001 habe er das Geschäft von der Familie Krieg übernommen. "Das ging aus einer Hand in die andere." Ihm gefällt seine Arbeit, "weil ich mir den Tag gestalten kann, wie ich möchte".

Ein Kunde möchte einen ACE-Saft. "Hier, Ihr ABC-Saft", sagt Milanovic. So lautet sein ACE-Saft-Spruch - immer. "Feueralarm!", ruft Christina Folberth und geht vor die Tür, um eine Zigarette zu rauchen.

Lotto und Schöppchen

"Die meisten kommen nach Feierabend hierher, um zu quatschen. Ein Lottochen, ein Schöppchen, Keno - und dann geht´s nach Hause", erzählt Milanovic. Die Bezeichnung "Trinkerbude" lehnt er für sein Kiosk ab: "Das möchte ich hier nicht haben, und das kommt bei mir nicht vor", sagt er. Früher seien noch mehr Rentner zum Frühschoppen gekommen. "Doch von denen sind mittlerweile viele verstorben."

Nicht verändert habe sich die Lust der Kinder auf Süßigkeiten, sobald die Schule aus ist. Der Renner zurzeit: Fruchtgummistangen Balla-Balla mit Apfelgeschmack.

Milanovic kennt die Kinder und Jugendlichen persönlich. Als früher am Nordbahnhof immer wieder Probleme mit Zerstörungswut aufkamen, hat er "auf freundschaftlicher Basis" gezielt das Gespräch mit bestimmten Jugendlichen gesucht. "Ich habe versucht, das Problem in den Griff zu bekommen. Heute sind unsere Jugendlichen sauber", sagt Milanovic nicht ohne Stolz.

Mit den drei Einbrüchen ins Kiosk innerhalb eines Jahres hätten die Vilbeler Jugendlichen nichts zu tun, so der Betreiber. "Die Täter hatten ein Frankfurter Kennzeichen", weiß Milanovic von einem Augenzeugen. "Da läuft es acht Jahre super und dann... Die waren hinter den Zigaretten her. Dafür haben sie sogar den Panzerriegel auseinandergerissen." Nun nimmt er die Zigaretten abends mit nach Hause. Außerdem hat er einiges in die Sicherheit investiert. "Wir spielen auf Zeit, und die haben die Einbrecher nicht."

Noch in diesem Jahr will Milanovic nach der letzten Sanierung 2003 sein Kiosk "innerlich und äußerlich auffrischen". "Mich stören einige Sachen. Die Kunden sollen sich wohlfühlen, damit sie wiederkommen."

Jürgen Ulbrich kommt wieder. Er ist täglich hier. Er mag das Kiosk Nordbahnhof, weil es "ruhig" ist und der "Gastgeber in Ordnung". Milanovic hält Kaffee und Brötchen schon für ihn bereit.

Autor:  Tina Full-Euler
Datum:  3 | 3 | 2010
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