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Vorbeugend gegen Rassismus

Karben Mobile Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin an der Kurt-Schumacher-Schule

Auf dem Schulhof der Kurt-Schumacher-Schule (KSS) in Karben stehen große rote Würfel. Die Würfel sind eigentlich Vitrinen. Hinter Plastikscheiben verbergen sich Gegenstände und Informationen über den jüdischen Alltag, Feste und Antisemitismus. Die Würfel sind Teil der mobilen Ausstellung „JMB-on tour“ des Jüdischen Museums Berlin, die am Donnerstag in Karben gastierte.

Monika Lenniger, Lehrerin für Gesellschaftswissenschaften an der KSS, hat das Projekt an die Schule geholt. Mit ihren „10 guten Gründen, unsere Schule zu besuchen“, hat sie es geschafft, dass die Wetterauer Gesamtschule als eine von fünf Schulen in Hessen ausgewählt wurde, die dieses Jahr an dem Projekt teilnehmen dürfen. Seit 2007 hat das Jüdische Museum Berlin über 200 Schulen bundesweit besucht, um Schülern das Leben von Juden in Deutschland näher zu bringen.

Zwei Klassen durften am Donnerstag an dem Workshop zum Thema „So einfach war das – Juden nach 1945 in Deutschland“ teilnehmen. Dabei hörten die Jugendlichen über I-pods Geschichten von Juden, die über ihr persönliches Schicksal berichten. Später stellten sich die Schüler die einzelnen Geschichten gruppenweise vor. Jasmin Bruck von „JMB-on tour“ leitete den Workshop in der 10. Klasse. Für sie ist es wichtig, dass die Schüler mehr über die jüdische Identität in Deutschland erfahren.

Bei den Schülern kam das Projekt gut an: „Es ist interessant, dass mal dargestellt wird, wie Juden nach dem 2. Weltkrieg gelebt haben.“, findet Jasmin Fischer (16). Lena Muth (15) reizt noch ein anderer Aspekt: „Gut zu wissen, wie das in Karben mal war.“

Die Stolpersteininitiative Karben hat parallel zur Ausstellung der „JMB- on tour“ in der Pausenhalle fünf Stellwände über das jüdischen Leben in Karben aufgebaut. Darauf sind Portraits, Zeitleisten und Stadtpläne zu sehen. „Mit den Infos haben wir den örtlichen Bezug hergestellt“, sagt Hartmut Polzer von der Stolpersteininitiative.

Die Schülervertetung möchte am bundesweiten Projekt „Schule ohne Rassismus“ teilnehmen. Dazu muss mindestens eine Aktion zur Prävention von Rassismus pro Jahr angeboten werden. SV- Mitglied Maja Neidhart: „Wir haben genug Ideen, das wird auch gut funktionieren.“ Man könne Rassismus zwar nicht abschaffen, entscheidend sei aber die Aufklärung. Schulsozialarbeiterin Bettina Kreutz will die Schüler dabei unterstützen. „Wir gucken immer, wo wir Projekte ins Leben rufen können, die Sinn machen.“

Autor:  Mirja Hirvonen
Datum:  2 | 9 | 2011
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