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Wässriger Luxus: Der Geschmack des Elements

Martin Sons gehört zu den wenigen Sommeliers für Tafelwasser. Die Sorten, die er verkostet, gibt es nicht im nächsten Getränkemarkt, sondern nur in Sternerestaurants

        

Da ist Martin Sons in seinem Element.
Da ist Martin Sons in seinem Element.
Foto: Sophie Schüler

Martin Sons spuckt nicht aus, wenn er seinen Beruf ausübt, wie es viele seiner Kollegen praktizieren. Er ist zwar ausgebildeter Sommelier, aber nicht für Wein, sondern für Tafelwasser. Sons ist beim Getränkehersteller Hassia im Vertrieb beschäftigt. Den Titel bekam er nach einem Seminar und einer Abschlussprüfung an der Fachakademie für Brauwesen und Getränketechnologie Doemans bei München.

Den Erfolg der Marke LIZ erklärt der Marketingchef mit der "Erotik der Flasche"

Der Unterricht beinhaltete Wasserkunde in Theorie und Praxis – von der Quelle bis auf den Tisch. Sons gehört zu den ersten Wassersommeliers, die diese Fachakademie verlassen haben.

Hassia-Marketingchef Ullrich Schweitzer erläutert den Aufwand, der mit der Marke „LIZ“ verbunden ist. Das sogenannte Premium-Mineralwasser ist seit einem Jahr im Programm. Der Getränkehändler um die Ecke wird Kundenfragen nach LIZ nur mit einem Achselzucken beantworten können, ebenso reagiert vermutlich auch die freundliche Bedienung in der Pizzeria.

Der Premium-Sprudel steht nur auf der Karte von PremiumRestaurants. Bei einem Preis von 17 bis 20 Euro pro Flasche ist das auch nicht verwunderlich. Laut Schweitzer servieren Spitzenrestaurants in allen Bundesländern LIZ. Den Erfolg erklärt er mit der „Erotik der Flasche“ – ein Entwurf einer Offenbacher Design-Agentur – und mit dem besonderen Inhalt, den man mal mit weniger, mal mit mehr Kohlensäure und Mineralien kredenzt bekommt.

„Wie beim Wein, so verlangt der Restaurantbesucher heute, dass zu einem teuren Essen auch das Wasser passt“, sagt Wassersommelier Sons. So könne etwa ein überschäumender Kohlensäure- oder ein sportlergerechter Mineraliengehalt den kostspieligen Genuss des Essens oder des edlen Tropfens im Weinglas nicht zur aromatischen Entfaltung kommen lassen.

Und genau hier setzt Vertriebsmann Sons mit seiner Zusatzqualifikation an. „Ich gehe mit dem Gastronom die Speise- und Getränkekarte durch und berate ihn, welches LIZ zu welchen Speisen und Weinen zu empfehlen ist.“ Natürlich dürfe hierbei auch die Temperatur des Wassers nicht unbeachtet bleiben.

Die Ausbildung an der bayerischen Fachakademie reiche für solche Beratung jedoch nicht aus, sagt Sons. „Man muss mit dem Kunden fachlich auf gleicher Augenhöhe reden können. Es handelt sich um ein hochemotionales Produkt.“ Für den gebürtigen Düsseldorfer mit Wohnsitz in Mainz ist dies kein Problem. Er weiß in allen Fällen, worüber er sich mit seinem Gegenüber unterhält. Sons Vita weist ihn als gelernten Koch mit betriebswirtschaftlichem Studium aus. Obendrein besaß er ein eigenes Restaurant in Südfrankreich.

Mit LIZ – der Name ist als Abkürzung von „Elisabeth“ zu verstehen – tummelt sich der Vilbeler Familienbetrieb in einem Markt mit wachsenden Potenzial, wie Marketing-Geschäftsführer Schweitzer sagt.

Der Genießer verlangt Sprudel aus den entferntesten Flecken der Erde

Bei Kunden in der gehobenen Gastronomie steige die Nachfrage. Schweitzer erklärt dies mit der immer mehr verbreiteten Ansicht, dass zu einem teuren Essen nicht allein Wein das adäquate Getränk sei. Nur, der einfache Sprudel werde nicht bestellt. Oft verlange der Genießer Wasser aus den entferntesten Flecken der Welt, aus Gletschern oder aus Eisbergen. „Wir haben uns gefragt, warum es kein deutsches Wasser gibt, das diesen Ansprüchen genügt. Das wäre außerdem auch gut für den Umweltschutz“, beschreibt Schweitzer die Erfindung von LIZ.

Autor:  Detlef Sundermann
Datum:  7 | 9 | 2011
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