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Weltinnenpolitik September 2009: Schaden gegen Geld

Wann ist es überhaupt das letzte Mal gelungen, dass eine große Zahl von Ländern einer international abgestimmten Antwort auf ein allgemein als dringend eingeschätztes Problem zugestimmt hätte? Das glückte vor 15 Jahren. 1994 versammelten sich 123 Länder, um über die Schaffung der Welthandelsorganisation zu verhandeln, und es gelang, eine Übereinkunft zu finden und durchzusetzen, die die Regeln des internationalen Handels in Grundzügen festlegt.

Danach sind aber alle Versuche, ein globales Handelsabkommen zu erreichen, immer wieder gescheitert. Ähnliches lässt sich für den vielgepriesenen "Multilateralismus" in Hinblick auf die nukleare Abrüstung sagen; die letzte bedeutsame Übereinkunft wurde 1995 festgeschrieben, als 185 Länder zustimmten, den existierenden Nichtverbreitungspakt fortzuschreiben. In den letzten 15 Jahren haben jedoch Indien, Pakistan und Nordkorea demonstriert, dass sie ihren Status als Nuklearmächte nicht preiszugeben gedenken.

Ein kosmopolitischer Realismus müsste vielleicht auf einen "Minilateralismus" (Moises Nain) hinauslaufen. Müsste man nicht, um die großen und kleinen Weltprobleme (z.B. die Durchsetzung einer globalen Finanzspekulationssteuer) endlich anzupacken, die Zahl der Teilnehmer klein halten? Die Suche nach der magischen Zahl hieße dann, an den Verhandlungstisch die kleinstmögliche Zahl von Ländern einzuladen, um die größtmögliche Wahrscheinlichkeit für eine durchsetzungsfähige Regelung zu finden.

Auch dieser minilaterale Lösungsweg gebiert himmelschreiendes Unrecht, auf das insbesondere die Marktliberalen nicht müde werden, genüsslich hinzuweisen. Aber sein kosmopolitischer Pfiff, seine realistische Magie könnte darin liegen, dass er möglicherweise allen, auch den zunächst ausgeschlossenen Regierungen und Nationen weiterhilft als multilaterales Wunschdenken. Also doch "G2"? Hieße das, wir beugen uns der überall gegenwärtigen Alternative entweder Überleben oder Demokratie?

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Datum:  2 | 10 | 2009
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