kalaydo.de Anzeigen

Berlinale-Auftakt: Charlotte Gainsbourg als Farbtupfer

Das Rennen um den Goldenen und Silbernen Bären hat begonnen. Am Donnerstag hat sich die internationale Jury um Präsident Mike Leigh, Jake Gyllenhaal und Charlotte Gainsbourg gut gelaunt der Öffentlichkeit präsentiert - besonders die Französin brachte Farbe ins Spiel.

Gruppenbild mit Damen: Anton Corbijn, Boualem Sansal, Jake Gyllenhaal, Charlotte Gainsbourg, Präsident Mike Leigh, Barbara Sukowa, Francois Ozon und Asghar Farhadi (die Jurymitglieder von links nach rechts).
Gruppenbild mit Damen: Anton Corbijn, Boualem Sansal, Jake Gyllenhaal, Charlotte Gainsbourg, Präsident Mike Leigh, Barbara Sukowa, Francois Ozon und Asghar Farhadi (die Jurymitglieder von links nach rechts).
Foto: getty/Andreas Rentz
Berlin –  

Dies soll kein Urteil über die Zusammensetzung der Jury sein, aber die vorherrschende Farbe auf deren Pressekonferenz ist Grau. Von den langen grauen Haaren Boualem Sansals über den Anzug Francois Ozons, die Wollpullis von Jake Gyllenhaal und Asghar Farhadi bis zum Stoppelbart Anton Corbijns dominiert die Seriosität versprechende Nichtfarbe das Podium. Allein die wie immer verpeilt wirkende Charlotte Gainsbourg trägt, jahreszeitlich unangemessen, ein ärmelloses Flattertop.

Mit Mike Leigh hat die Jury einen Chef, der sich offenbar in der Rolle des wegweisenden Herbergsvaters sieht. Der Veteran und erklärte Berlinale-Fan gibt den Ton vor und antwortet auf seine souveräne Weise auch schon mal für die Kollegen. Einig ist man sich über die Verantwortung gegenüber den Filmen.

Die Berlinale beginnt

Bildergalerie ( 11 Bilder )

Die Arbeit als Juror, so Leigh, sei halt zweischneidig. Einerseits müsse man eben über die Arbeit von Kollegen urteilen, was nicht unproblematisch sei, andererseits wüssten die Kollegen aber ja auch, dass die Jury auf ihrer Seite sei. Aber natürlich könne die Entscheidung der Jury die Zukunft eines Film und eines Filmemachers beeinflussen. Was der Goldene Bär denn ihm gebracht habe, wird Farhadi gefragt. Zurückhaltend wie immer, freut er sich über den Popularisationsschub und berichtet vage über freudige Reaktionen beim iranischen Publikum.

Sansal wundert sich über Jury-Berufung

Expliziter wird da Boualem Sansal, der sich immer noch über seine Berufung in die Film-Jury wundert. Popularität sei immer auch ein gewisser Schutz der eigenen Person, Sichtbarkeit könne staatliche Repressionen mindern, sagt er, bevor er zu einem Exkurs über arabisch-afrikanisch-maghrebinische Identitätsprobleme anhebt, den er mit dem Satz „vor 2000 Jahren hat der König von Nubien …“ beginnt. In den folgenden zwei Minuten wird die beängstigende Attraktivität des Islamismus tatsächlich begreifbar.

Für Lacher sorgt dagegen Barbara Sukowas Einlassung über ihre Situation als alternde Schauspielerin. Alle schienen zu denken, dass sie jetzt weniger Rollen und deshalb alle Zeit der Welt für Juryposten habe. Würde es Geld dafür geben, sie könnte davon leben.

Autor:  Katja Lüthge
Datum:  10 | 2 | 2012
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
FR-Spezial

Alle Hintergrundberichte, Filmkritiken, Interviews und Schlagzeilen rund um die 62. Berlinale im FR-Spezial.

Umfrage

Welcher Beitrag aus dem Wettbewerb der 62. Berlinale soll den Goldenen Bären für den besten Film erhalten?

Berlinale-Liveticker
 
Film

Die Filmwoche: Was läuft wann in welchem Kino? Alle Neustarts, alle Filme, alle Kinos, alle Zeiten.

Comics
Sondermann

Es kann nur einen geben! Wir präsentieren den Publikums-Preis. Alle dürfen, sollen, müssen abstimmen.

Glosse

Die tägliche Glosse des Feuilletons der Frankfurter Rundschau.

Quiz
Tatort-Logo

Seit 40 Jahren gibt's fast jeden Sonntag im Fernsehen Mord und Totschlag. Mit dem Tatort beweist das öffentlich-rechtliche Fernsehen immer wieder seine Leistungsfähigkeit. Was wissen Sie über die Krimi-Reihe? Testen Sie's!