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Schule und Hochschule

11. Juni 2014

Studium: Zweifel an Bachelor-Abschluss

 Von Nike Laurenz
Für den Master länger studieren – das plant die Mehrheit der Studenten.  Foto: dpa

61 Prozent der Bachelor-Studenten planen, im Anschluss an ihr Studium noch einen Master-Abschluss zu machen. Das Ergebnis einer Allensbach-Studie zu aktuellen Studienbedingungen zeigt, dass der Bachelor-Abschluss skeptisch gesehen wird.

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Es gab einmal eine große Idee: der Bachelor-Abschluss. Eingeführt im Rahmen des Bologna-Prozesses, um Studiengänge innerhalb der EU zu vereinheitlichen. Und gedacht als berufsqualifizierender Einstieg in den Job. Die Wirklichkeit sieht so aus: Studenten an deutschen Hochschulen sind äußerst unzufrieden damit. Weniger als ein Viertel sind der Meinung, dass der Bachelor-Abschluss ausreichend auf das Berufsleben vorbereitet.

Das ist das Ergebnis der am Dienstag in Berlin vorgestellten 5. Allensbach-Studie, für die 2000 junge Menschen aller Fachrichtungen online zu ihren Studienbedingungen befragt wurden. Laut der Erhebung, die vom Reemtsma Begabtenförderungswerk in Auftrag gegeben wurde, planen 61 Prozent der Bachelor-Studenten, im Anschluss an ihr Studium noch einen Master-Abschluss zu machen. „Dass der Bachelor-Abschluss erfüllt, wofür er gedacht war, wird von den Studenten in hohem Maße angezweifelt. Da sind viele sehr skeptisch“, sagte Michael Sommer vom Institut für Demoskopie Allensbach. 73 Prozent der Befragten erhoffen sich bessere Karriere- und Verdienstmöglichkeiten durch einen Masterabschluss. Für die wenigsten geht es darum, im Master-Studium noch weiter wissenschaftlich zu arbeiten. Zudem gehen mehr als die Hälfte der Studenten davon aus, dass auch Arbeitgeber an der Qualität des Bachelor-Abschlusses zweifeln.

Mit der Gesamtsituation unzufrieden

Ein Blick auf die verschiedenen Bereiche, zu denen die Studenten befragt wurden, zeigt: Viele von ihnen sind mit der Gesamtsituation unzufrieden – die Studienbedingungen klingen alles andere als verlockend. Denn wer heutzutage in Deutschland studieren will, hängt nicht nur meistens vom Geld seiner Eltern ab, sondern sieht sich außerdem verloren auf dem besonder in Großstädten hart umkämpften Wohnungsmarkt: 64 Prozent der Befragten gaben elterliche Zuschüsse als ihre wichtigste Einnahmequelle an, dicht gefolgt von Jobs, die sie neben dem Studium absolvieren können. „Das durchschnittliche Budget der Hochschüler liegt bei 600 Euro im Monat“, sagte Sommer. Vermutlich lägen die Lebenshaltungskosten aber höher, weil in die Berechnung auch das Budget von Studenten eingeflossen sei, die noch zu Hause bei ihren Eltern wohnen.

Welche Möglichkeiten gibt es noch, um als Student über die Runden zu kommen? Zum Beispiel eine Förderung durch Stiftungen. Für ein solches Stipendium fehlen der Hälfte aller Teilnehmer aber gute Noten. Manche sind sich auch einfach unsicher: 44 Prozent der Befragten glaubt, dass das eigene gesellschaftliche Engagement nicht ausreicht, um eines der knappen und deswegen sehr begehrten Stipendien zu ergattern. „Dieser Anteil hat in der Entwicklung deutlich zugenommen“, sagte Michael Sommer. 44 Prozent der Studenten wissen der Erhebung zufolge auch gar nicht, an welche Stelle sie sich wenden müssten, wenn sie sich für ein Stipendium bewerben wollen. 141 der Befragten rechnen sich auf Grund ihrer Herkunft keine Chancen aus, ein Stipendium zu erhalten.

Viele zieht es ins Ausland

Die Studienbedingungen stehen aber nicht ausschließlich in der Kritik. So ist der Großteil der deutschen Studenten mit den Möglichkeiten, die die eigene Hochschule bietet, um einen Auslandsaufenthalt zu planen, zufrieden. Laut Studie verbringen sogar 46 Prozent der Befragten einen Teil ihres Studiums im Ausland. Bemerkenswert hoch sei auch die Anzahl jener, die beabsichtigen, erst nach dem Studium ins Ausland zu gehen, sagte Michael Sommer. Laut Studie will das jeder Vierte – ungefähr gleich viele Frauen wie Männer.

„Dabei spielen fachliche Beweggründe selten eine Rolle“, sagte Meinungsforscher Sommer. Für einen Aufenthalt in einem anderen Land spräche vor allem, dass man seine Sprachkenntnisse dort verbessern könne. Die meisten Studenten blieben dabei innerhalb der EU. Die Hälfte der Befragten findet überdies, dass man durch einen Auslandsaufenthalt später bessere Chancen hat, um das zu bekommen, worum es letztendlich beim ganzen Studieren geht: eine Stelle.

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