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Blockupy Frankfurt
Demonstration und Protest - in Frankfurt wächst der Protest gegen das Sparen in der Euro-Krise.

04. Juni 2013

Blockupy-Demonstration: Polizisten kritisieren Kollegen

 Von 
Für das harte Durchgreifen waren vor allem Polizisten aus anderen Bundesländern zuständig.  Foto: rtr

Frankfurter Mitglieder einer Spezialeinheit rügen den Einsatz ihrer Kollegen während der Blockupy-Demonstration scharf: "Die kamen, haben zugeschlagen und sind wieder heimgefahren", sagt ein Beamter der FR.

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In der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der Frankfurter Polizei herrscht massiver Frust über den Einsatz bei der Blockupy-Demonstration am vergangenen Samstag. Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau äußerten mehrere Beamte die Meinung, ihre zur Verstärkung aus anderen Bundesländern angereisten Kollegen hätten maßlos überzogen. „Und wir dürfen das dann in den nächsten Wochen ausbaden“, sagte ein Frankfurter Polizist, der nicht namentlich genannt werden möchte.

In der Hundertschaft, die kurz nach Beginn der Demonstration in die Menge gestürmt war, um den sogenannten Schwarzen Block einzukesseln, befanden sich kaum Beamte aus Hessen. Auch die Pfefferspray- und Schlagstock-Einsätze, bei denen in den folgenden Stunden nach neuen Angaben der Demo-Sanitäter fast 300 Menschen verletzt wurden, gingen oft nicht von Frankfurter Beamten aus, wie Videos etwa im Onlineportal YouTube belegen. Vor allem Beamte aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Sachsen sind auf den Bildern zu erkennen. „Die kamen, haben zugeschlagen und sind wieder heimgefahren – und wir haben jetzt den Ärger“, sagte ein anderer BFE-Beamter der FR.

Unprofessionelles Vorgehen

Seiner Meinung nach gingen die Polizisten unprofessionell vor: „Sie haben gegen Richtlinien der BFE verstoßen.“ Die Spezialeinheit sei gegründet worden, um schnell und präzise gegen einzelne Krawallmacher vorzugehen. Die BFE erkenne Gewalttäter, nehme sie fest und ziehe sich aus der Menge zurück.

Am Samstag hingegen sei die Polizei ganz anders vorgegangen, kritisiert der Beamte. Die Kollegen aus den anderen Bundesländern hätten mit zwei Ketten einen viel zu großen Kessel gebildet. Es sei vollkommen klar gewesen, dass die allermeisten der eingekesselten Demonstranten keine Gewalttäter waren. Bei der Polizei rechnet man deshalb mit zahlreichen Strafanzeigen wegen Freiheitsberaubung.

Fehlende Einbindung der Kommunikatoren

Für Irritationen bei vielen Beamten sorgt auch die fehlende Einbindung der Kommunikatoren, die sich bei Versammlungen mit gewaltbereiten Teilnehmern bewährt haben. Ihre Aufgabe ist es, Demonstranten über Aktionen der Polizei zu informieren und beruhigend auf Teilnehmer einzuwirken. Am Samstag war kaum ein Kommunikator auch nur in der Nähe des Kessels. Die meisten der Beamten mussten sich stundenlang an weit entfernten Straßenkreuzungen bereithalten und wurden nicht eingesetzt.

Unterdessen scheint sich der Verdacht zu bestätigen, dass die Einkesselung der Demonstranten jedenfalls nicht so spontan erfolgte, wie es die Polizeiführung am Montag dargestellt hatte. So berichtet der Frankfurter Arzt Joachim Dlugosch, der mit seiner Familie an dem Protestzug teilgenommen hatte, in einem offenen Brief an Polizeipräsident Achim Thiel von einer Begegnung mit einem Beamten in der Nähe des Schauspiels. Dieser habe gesagt, „er wolle uns warnen, es wäre besser, wenn wir uns mit den Kindern entfernen, hier würde gleich etwas passieren“. Entsprechende Schilderungen aus der Zeit vor dem Polizeieinsatz gibt es von mehreren Demonstranten.

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